Blutschwamm-Behandlung bei Babys

Blutschwämme, medizinisch Hämangiome genannt, treten in sehr unterschiedlichen Ausprägungen auf. Während kleinere, lokalisierte Befunde unauffällig sind und häufig spontan zurückgehen, gibt es ausgedehnte Varianten, deren Lokalisation oft schon früh eine Behandlung notwendig macht.

Große Blutschwämme müssen häufig invasiv behandelt werden

Bisher werden Blutschwämme meist mit Farbstofflasern oder mit der sogenannten Kryochirurgie behandelt, bei der die erweiterten Gefäße durch Vereisung verödet werden. Bei großen ausgedehnten Befunden muss sogar operativ oder medikamentös mit Cortison oder immunsupprimierenden Medikamenten behandelt werden.

Wirkung des Betablockers Propanolol wurde zufällig entdeckt

2008 wurde in Frankreich zufällig die positive Wirkung des Betablockers Propanolol auf einen ausgedehnten Blutschwamm bei einem Säugling entdeckt, der das Medikament aufgrund einer Herzerkrankung erhalten hatte. Der Blutschwamm blasste bereits 24 Stunden nach Therapiebeginn ab und war nach 6 Monaten fast vollständig verschwunden.

Anwendung an mehr als 100 Kindern erfolgreich

Aufgrund dieser Erfahrungen wurde in der Heilbronner Kinderklinik die Behandlung von problematischen Hämangiomen mit Propanolol begonnen. Die Zwischenbilanz der Autoren, die in der Fachzeitschrift „Der Hausarzt” veröffentlicht wurde, ist nach der Behandlung von mehr als 100 Kindern positiv. Die Blutschwämme blassten schnell ab und verkleinerten sich sehr gut. Relevante Nebenwirkungen traten unter der Behandlung mit einer indikationsgerechten Dosierung von 2 mg pro kg Körpergewicht nicht auf.

Leichte Blutdrucksenkungen oder Absinken des Blutzuckerspiegels waren die einzigen unerwünschten Begleiterscheinungen. Einem Absinken des Blutzuckerspiegels kann durch Einnahme der Tabletten mit den Mahlzeiten vorgebeugt werden.

Da es sich um eine sogenannte „Off Label”-Therapie handelt - Propanolol ist in Deutschland für diese Indikation nicht zugelassen - muss eine besonders ausführliche Aufklärung der Eltern erfolgen. Bei Neigung zu Unterzuckerung oder anhaltendem Erbrechen sollte die Behandlung nicht durchgeführt werden, so die Ärzte der Heilbronner Kinderklinik.

Ob sich Propanolol als Alternative zu bisherigen Therapien anbietet, muss nach Erfahrungen an größeren Fallzahlen entschieden werden, da sich unerwünschte Wirkungen oft erst bei breiterem Einsatz zeigen. H. Löffler et.al: Die Propanolol-Therapie in der Behandlung problematischer Hämangiome. Hautarzt 2009.60: 1013-1016




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