Wenn Stress unter die Haut geht

„Haut und Psyche stehen in engem Zusammenhang”, erklärt Prof. Dr. Ulrich Amon, Ärztlicher Direktor der PsoriSol Hautklinik in Hersbruck bei Nürnberg. US-Forscher haben herausgefunden, dass die Haut bei Stress eher zu Entzündungen und Pickeln neigt. Denn die Nervenzellen der Haut enden nicht, wie man lange dachte, in der untersten Hautschicht, sondern in höheren Regionen. Diese Nervenzellen spielen auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Neurodermitis. Aufregung und Ärger schwächen den antibakteriellen Schutzschild der obersten Hautschicht. Dadurch haben Entzündungen und Pickel leichtes Spiel. In Tierversuchen kalifornischer Wissenschaftler breiteten sich Hautinfektionen bei gestressten Mäusen durch ein bestimmtes Bakterium schneller aus und verliefen hartnäckiger als bei ihren ungestressten Artgenossen. Der selbe Erreger löst beim Menschen neben Mandelentzündungen auch Abszesse aus. „Sicherlich lässt sich Stress nicht immer vermeiden”, so Prof. Amon. „Aber man kann lernen, damit umzugehen.” Denn ob und wie sehr man gestresst ist, liegt in der Hand jedes einzelnen. Hier das 4-Punkte-Programm für mehr Entspannung und weniger Hautprobleme.

1. Stressfaktoren erkennen:

Grundvorsetzung für ein erfolgreiches Stressmanagement ist, die persönlichen Stress-Auslöser zu ermitteln. Folgende Fragen helfen Ihnen weiter: In welchen Situationen kommt es bei Ihnen zu Hautproblemen oder zu einem Neurodermitis-Schub? Haben Sie öfter das Gefühl, Ihnen würden die Dinge über den Kopf wachsen? Und wann fühlen Sie sich besonders gestresst oder unter Druck? Sind es äußere Faktoren (erhöhter Arbeitsanfall, Probleme in Beruf oder Familie, unvorhergesehene Ereignisse, mangelnde Freizeit) oder eher innere Vorgänge (Ängste, Sorgen, Kummer)?

2. Dem Stress die Grenzen zeigen:

Wie gehen Sie mit Stress um? Beißen Sie die Zähne zusammen und machen trotzdem weiter? Oder greifen Sie verstärkt zu Genußmitteln, um sich „abzureagieren”? Beides sind keine wirklichen Lösungsansätze. Negative Wirkungen von Stress treten vor allem dann auf, wenn die Anspannung im Körper bleibt, also nicht zeitnah abgebaut werden kann. Oder wenn man das Gefühl hat, der stressigen Situation ausgeliefert zu sein. Abhilfe schafft man zunächst durch gezieltes Zeitmanagement. Planen Sie Ihren Tagesablauf mit Zeitpuffern, delegieren Sie Arbeitsaufgaben, denken Sie an ausreichend freie Zeit zur Entspannung und Bewegung (schon täglich 15 Minuten entspanntes Spazieren gehen, Joggen oder Schwimmen können sehr viel bewirken).

3. Sozial-Kompetenz stärken:

Häufig liegen die Ursachen für Stress an persönlichen Einstellungen, Ansprüchen und Bewertungen. Gestehen Sie sich ein, dass Sie nicht perfekt sind. Und erlauben Sie sich, Fehler zu machen, Schwächen zu zeigen. Lernen Sie „Nein” zu sagen und Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie bestimmte Aufgaben nicht schaffen. Pflegen Sie außerdem soziale Kontakte. US-Wissenschaftler haben festgestellt, dass Sozialkontakte Stress abbauen und die Entspannung fördern.

4. Dem Stress einfach davonlaufen:

Neben regelmäßigerer körperlicher Bewegung (Rad fahren, Nordic Walking, Wandern, Morgengymnastik) helfen vor allem Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Meditation, Yoga sowie Atemübungen. Sport fördert die Durchblutung und Nährstoffversorgung der Haut. Mit Hilfe der Entspannungstechniken wird ein Zustand innerer Ruhe und Ausgeglichenheit erreicht. Auch Kreativität (Singen, Malen) und körperliche Arbeit (Gärtnern, Holz hacken) bauen Anspannung ab. Wichtig: Verzichten Sie in Stressphasen weitgehend auf Genußmittel wie Kaffee, Alkohol und Zigaretten. Gerade wenn man unter Druck steht, meint man, diese „Ventile” zu brauchen, belastet damit den Körper aber zusätzlich und riskiert verstärkt Hautunreinheiten.

Mehr Informationen:
- PsoriSol Fachklinik für Dermatologie und Allergologie
- Akutkrankenhaus, Hersbruck (Metropolregon Nürnberg) - Tel.: 0049 9151729-0 - Internet: PsoriSol Fachklinik für Dermatologie und Allergologie




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