Resveratrol - ein gesunder Appetitzügler?

Resveratrol ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der z. B. in Trauben, Erdnüssen und Beeren vorkommt. Über Resveratrol wird häufig berichtet, da es die Fließeigenschaft des Blutes verbessern und so vor Herzinfarkten schützen kann. Neu hingegen ist, dass Resveratrol möglicherweise auch vor Gewichtszunahme schützen kann. Zum ersten Mal konnte an Affen gezeigt werden, dass Resveratrol den Appetit zügeln und gleichzeitig die Stoffwechselaktivität erhöhen kann. Die untersuchten Mausmakis bekamen über einen Zeitraum von vier Wochen täglich 200 mg Resveratrol pro kg Körpergewicht über ihr normales Futter verabreicht. Das Resultat: Sie fraßen 13 % weniger und ihr Ruheenergieumsatz steigerte sich um 29 %.

Untersucht wurden die Mausmakis in einer Zeit, während der sie normalerweise viel essen, sich wenig bewegen und stundenweise in eine Art Winterschlaf fallen. Dieses Verhalten führt zu einer enormen Gewichtszunahme. Innerhalb weniger Wochen kann sich ihr Gewicht verdoppeln. Durch den gesenkten Gesamtenergieumsatz sichern sich die kleinen Affen in lichtarmen Jahreszeiten Energie. Genau in dieser Zeit verabreichten die Forscher den Versuchstieren mit ihrer gewöhnlichen Nahrung eine Dosis von 200 mg Resveratrol/kg Körpergewicht - mit einem überraschenden Ergebnis. Nach vierwöchiger Supplementierung erhöhte sich der Energieumsatz der Mausmakis. Ursachen waren ein Anstieg der Köpertemperatur, eine Zunahme der Stoffwechselaktivität sowie eine Verkürzung der Kälteschlaf-Perioden. Gleichzeitig sank der Appetit der Äffchen: Die aufgenommene Futtermenge war 13 % kleiner als die der Kontrolltiere.

Die Gewichtszunahme der Versuchstiere war signifikant niedriger als die der Tiere ohne Supplementierung. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass dieses Ergebnis nicht allein durch die geringere Nahrungsaufnahme zu erklären ist, sondern auch durch den Anstieg der Körpertemperatur und des Ruheenergieumsatzes sowie des verkürzten Kälteschlafs.

Interessant an diesen Ergebnissen sind insbesondere die Verringerung des Appetits und die gleichzeitige Erhöhung des Energieumsatzes durch Resveratrol. Nach Angaben der Autoren wurde bisher die Wirkung von Resveratrol auf eine spontane Nahrungsaufnahme noch nie untersucht. Ob Resveratrol auch beim Menschen zu einer verminderten Fettspeicherung führen kann, muss erst noch untersucht werden. Hinzu kommt, dass die in dieser Untersuchung eingesetzte Menge an Resveratrol sehr hoch war und über eine bei uns übliche Ernährung nicht realisierbar wäre. So zählt roter Traubensaft zu den guten Resveratrol-Quellen, enthält aber nur etwa 1 mg/l. Auch andere sekundäre Pflanzenstoffe sind in erheblichen Mengen im Traubensaft enthalten, wie Flavonole, Anthocyanidine und Proanthocyanidine. Roter Traubensaft weist etwa dreimal soviel Polyphenole wie Orangen- oder Grapefruitsaft auf, wie in einer anderen Studie gezeigt werden konnte.


Quellen: Dal-Pan A, Blanc S & Aujard F (2010): Resveratrol suppresses body mass gain in a seasonal non-human primate model of obesity, BMC Physiology 10: 11
Keevil JG et al. (2000): Grape juice, but not orange juice or graperuit juice, inhibits human platelet aggregation, The Journal of Nutrition 130: 53 - 56




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