Das Liebesleben in Gefahr: Es liegt am Sattel

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Alle Studien werden in drei Artikeln des „Journal of Sexual Medicine“ zusammengefasst – Fazit: Die herkömmlichen Fahrradsättel, die mit einer schmalen Sitzfläche und der nach vorn gezogenen, länglichen „Nase“, spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle in Sachen sexueller Impotenz. Gefährdet ist vor allem das Perineum, also die Weichteilbrücke zwischen After und äußeren Geschlechtsteilen. Dort verläuft der Alcocksche Kanal, über dessen Arterie und Nervenstränge der Penis mit Blut und Gefühl versorgt wird. Sitzt jemand hart auf einem schmalen Sattel, so erläutert der Bostoner Urologe Dr. Irwin Goldstein, werden Arterie und Nerven „zusammen gepresst, und im Laufe der Zeit führt die Verringerung des Blutflusses zu einer Erektionsproblematik“. Gegenwärtig, so schockt Dr. Goldstein auch, „gibt es nur zwei Sorten männlicher Fahrradfahrer – solche die impotent sind und solche, die es werden.“

Beim klassischen Sattel wird ein Drittel des Körpergewichts auf die Sattel-„Nase“ gelegt, ergaben Tests (ein Sattel war mit 900 Drucksensoren bestückt!), und „der Sauerstoff, der in den Penis gelangt, verringert sich binnen nur drei Minuten um 70 bis 80 Prozent“, so eine weitere Studie, „und nach einer halben Stunde ist der Fahrradfahrer rund um sein Geschlechtsteil geradezu taub“, ergänzt Dr. Joshua Cohen aus Chapel Hill.

Die Fahrradindustrie reagiert bereits auf diese wissenschaftlichen Erkenntnisse. „Wir kommen bald schon mit neuen Satteldesigns auf den Markt“, versprach ein italienischer Hersteller. Marc Sani von Amerikas Fahrradherstellerverband: „Der Käufer eines Fahrrads sollte aber auch etwas tun – sich bei einem guten Einzelhändler beraten und den Sattel geradezu anpassen lassen“.

Die Ratschläge der Mediziner, die an den neuesten Studien beteiligt waren: Am sichersten sind Sättel, die den Fahrer zwingen, das Gewicht nach hinten zu verlagern, so dass die Geschlechtsteile entlastet werden. Dr. Schrader aus Boston empfiehlt Sättel, die überhaupt keine „Nase“ haben.       

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