Was ist der Unterschied zur Physiotherapie?
Die Ergotherapie unterstützt den Patienten in der Bewältigung seines Alltags. Es geht also nicht darum, ob ich meinen Arm um 85 oder um 95 Grad strecken kann, sondern darum, ob ich trotz des geschädigten Arms mein Brot schneiden kann. Der Patient lernt in der Ergotherapie, seine Einschränkungen durch Handlungsalternativen zu überwinden.
Wie lange dauert die Behandlung Ihrer Erfahrung nach?
In der Regel zwischen 30 und 60 Minuten. Die Dauer der gesamten Behandlung, im besten Fall bis zur Heilung, ist sehr unterschiedlich. Sie kann einige Wochen und auch Monate dauern, je nachdem mit welchen Einschränkungen und Störungen der Patient zu kämpfen hat. Unser Beispiel Schlaganfallpatient: Während seines Klinikaufenthaltes bekommt er täglich eine halbe Stunde Ergotherapie. Liegen nach seiner Entlassung noch Einschränkungen vor, wird der Patient in der Ergotherapie-Praxis weiterbehandelt. Die Dauer richtet sich immer danach, welche Probleme im täglichen Leben oder der beruflichen Tätigkeit noch vorliegen und für den Patienten von Wichtigkeit sind. Danach kann er auch trotz einer bleibenden Lähmung möglichst selbst-ständig leben.
Wer verordnet Ergotherapie?
In Deutschland wird die Ergotherapie durch einen Arzt verordnet. Die Krankenkassen über-nehmen die Kosten.
„Ergotherapie" und „Spielen" werden oft in einem Atemzug genannt. Wird in der Ergothe-rapie nur gespielt?
Spielen ist bei Kindern eine grundlegende Tätigkeit. Über das Spiel kann soziales Verhalten erlernt und verbessert werden. Doch auch im Erwachsenenbereich kann Spielen vielen Menschen helfen. Wenn jemand etwa aufgrund eines Schlaganfalls Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und Ausdauer hat, kann dies z. B. auch durch Spielen verbessert werden.




