Ayurveda, zusammengefügt aus den Sanskritwörtern Ayur (= langes Leben) und Veda (= Wissen), zählt zu den ältesten medizinischen Gesundheitslehren der Menschheit. Die Wissenschaft vom langen Leben (von der Gesundheit) definiert Gesundheit nicht nur als Gleichgewicht zwischen Körper und Geist, sondern auch als Gleichgewicht zwischen Mensch und der ihn umgebenden Welt. In den schriftlichen Aufzeichnungen des über 5000 Jahre alten Ayurveda werden acht klassische medizinische Fachrichtungen beschrieben: Geisteskrankheiten, Hals-, Nasen-, Ohren- und Augenkrankheiten, Chirurgie, Krankheiten der inneren Organe, Frauenkrankheiten, die Lehre von den Giften, Kinderkrankheiten, Sexualmedizin und gesundheitliche Vorsorge. Als ganzheitliches Heilsystem berücksichtigt Ayurveda Faktoren wie Ernährung, Klima, rechte Lebensführung im religiösen Sinn u. a.
Strenggenommen hat sich die ayurvedische Heilkunst seit ihrem Beginn bis heute nur unwesentlich verändert. Ayurvedische Ärzte versorgen in Indien gut zwei Drittel der Bevölkerung, und längst haben anerkannte Studien bewiesen, daß nicht nur einzelne ayurvedische Heilmittel, sondern das Medizinsystem Ayurveda selbst wirksam ist.
Das enorme Wissen der Ayurveda-Medizin über die Heilpflanzen und ihre verschiedensten Wirkungen wird schon seit Jahren von den westlichen pharmazeutischen Firmen genutzt und umgesetzt.
In der westlichen Welt wurde Ayurveda vor allem durch die Blumenkinder der 60er Jahre bekanntgemacht. Die berühmtesten Anhänger des Ayurveda waren die Beatles, die ihrem Meister Maharishi Mahesh Yogi einst nach Indien folgten und sich von ihm in dieser Wissenschaft unterrichten ließen. Als Guru der Popgruppe wurde Maharishi weltberühmt, und Abertausende zogen in seinen Ashram nach Poona, um nach seiner Lebensphilosophie zu leben. Die von ihm gegründeten Maharishi-Ayur-Veda-Gesellschaften sind mittlerweile in der ganzen Welt verbreitet.
Wie bereits eingangs erwähnt, betrachtet Ayurveda den Menschen in seiner Ganzheit und das Leben in seiner Gesamtheit, behandelt die einzelne Krankheit unter Einbeziehung des menschlichen Gesamterscheinungsbildes. Der Mensch gilt als gesund, wenn Körper, Geist und Umwelt in Harmonie miteinander sind. Ist dieser Einklang nicht gegeben, wird der Mensch krank, da sein inneres Gleichgewicht zerstört ist.
Ayurveda postuliert seit Jahrtausenden jenes Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele, dessen Wiederherstellung in der westlichen modernen Medizin sehr oft Psychotherapeuten als ihre Aufgabe ansehen - die Findung der wahren Krankheitsursachen.
Das Zusammenwirken von Körper und Geist wird von den drei Doshas , den drei Wirkungsprinzipien, gesteuert: Vata , Pitta und Kapha . Die Doshas sind den fünf Elementen bzw. Prinzipien zugeordnet: Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde, den Grundbausteinen aller Lebensformen (Traditionelle chinesische Medizin). Vata entand aus Äther (Raum), Pitta aus Feuer und Kapha aus Wasser und Erde. Die Doshas beschreiben neben den Wirkungsprinzipien die drei Konstitutionstypen: Vatatyp, Pittatyp und Kaphatyp.
