Periphere Polyneuropathie - Mit Kribbeln in den Beinen fängt es oft an
Das Wort „peripher" im Begriff „periphere Polyneuropathie" (PNP) bezieht sich auf das periphere Nervensystem im Gegensatz zum Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark). Es bedeutet nicht, daß das Problem „peripher" im Sinne von randständig oder unwichtig wäre. Die PNP ist eine ziemlich gefährliche Erkrankung bzw. eine gefährliche Folge verschiedener Erkrankungen. Tückischerweise beginnt sie schleichend, und es lassen sich lange keine auffälligen Symptome erkennen. Die ersten wahrnehmbaren Symptome zeigen sich meist als Mißempfindungen (Kribbeln) an den Beinen. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß bei einer peripheren Polyneuropathie grundsätzlich alle peripheren Nerven betroffen sein können, also auch an inneren Organen! Das ist besonders gefährlich, da sich eine PNP über viele Jahre entwickelt und eventuelle Funktionsstörungen der inneren Organe leider nur allzu oft als „altersbedingt" abgetan werden.
Obwohl in der medizinischen Literatur bis zu über 150 verschiedene Ursachen aufgelistet werden, kann man im großen und ganzen fünf Gruppen erkennen:
- Diabetische Polyneuropathie
- Alkoholische Polyneuropathie
- Toxische Polyneuropathie (Vergiftung, zum Beispiel durch Blei, Thallium, aber auch Medikamente)
- Infektiöse Polyneuropathie
- Sonstige Ursachen, zum Beispiel Mangel an Vitamin B12 und Folsäure
Am häufigsten sind mit jeweils einem Drittel die diabetische und die alkoholische Polyneuropathie. Toxische Formen haben zusammen mit den infektiösen einen nicht unerheblichen Anteil, beide haben in den letzten Jahren zugenommen.

