- Die geistigen Grundlagen
- Grundtypen leiblicher Erkrankungen
- Heilmittelfindung und Heilmittelherstellung
1. Die geistigen Grundlagen
Zur Verwandtschaft zwischen Mensch und Natur
Mensch und Naturreiche sind durch ihre gemeinsame Evolution verwandt. Körper-, Lebens- und Bewußtseinsbildung charakterisieren die drei großen Entwicklungsstufen vom Mineral- bis zum Tierreich. Physischer Leib
Aus den Stoffen der unbelebten, mineralischen Welt bauen Pflanze, Tier und Mensch ihren physischen Leib auf. Dieser physische Leib aller lebenden Organismen ist meßbar, wägbar und kann chemisch-analytisch quantitativ untersucht werden. Er macht jede Gestalt räumlich sichtbar. Er kann mit Hilfe der naturwissenschaftlichen Forschungsmethoden in umfassender Weise beschrieben werden. Dabei wird aber meist nicht beachtet, daß diese physische Organisation immer aus lebendigen Entwicklungsprozessen heraus gestaltet ist, die mit der Befruchtung beginnen. Erst wenn der Tod eingetreten ist, folgt der menschliche physische Leib nur noch den Gesetzen der Physik und Chemie, unterliegt dann ohne Leben, Seele und Geist den Gesetzmäßigkeiten der unbelebten Natur, der er entstammt, und wird rasch chemisch zersetzt und aufgelöst. Gleich nach dem Tode gehen die festen, flüssigen und gasförmigen Bestandteile des Leibes ihre eigenen Wege und machen so deutlich, daß sie sich zur menschlichen Gestalt nur zusammenfügen lassen, wenn der physische Leib von den Gesetzmäßigkeiten des Lebens durchzogen ist und zusammengehalten wird.Ätherleib
Die Pflanzen zeigen als Ausdruck ihrer Lebensvorgänge Stoffwechsel, Wachstum und Fortpflanzung. Diese finden sich auch bei Tier und Mensch.Für den Bereich, in dem sich die Gesetze des Lebendigen abspielen, benutzte Rudolf Steiner den Begriff Ätherleib. Das griechische Wort »Äther« bezeichnet den von Sonne und Sternen aufgehellten Himmelsraum.
Dieser ist Voraussetzung für alle Lebenstätigkeiten der Pflanzen, die sich an der Sonne orientieren und ihre Lebensenergie durch Photosynthese von ihr erhalten. Rudolf Steiner wollte mit dieser Begriffsbildung deutlich machen, daß die Phänomene des Lebendigen ohne Einbeziehung der planetarischen Welt nicht verständlich sind.
Die Gesetze des Lebens hindern kontinuierlich den physischen Leib an seinem Verfall. Sie erweisen sich dadurch stärker als der Tod.
Die Gesetze der Vererbung, des Wachstums, der Regeneration, der rhythmisch sich wiederholenden Organfunktionen sind weitere Charakteristika des Ätherleibes. Hinzu kommt die Zeit als bestimmender Faktor lebendiger Vorgänge, die wir auch am Tagesgang der Gestirne ablesen. Jede Lebensäußerung ist an einen bestimmten Entwicklungs- bzw. Zeitlauf gebunden. Jeder Organismus, der einen Ätherleib besitzt, hat seine besonderen Zeitstrukturen, die für diesen ebenso charakteristisch sind wie die Raumgestalt für den physischen Leib.
