Alles begann vor nunmehr fast 80 Jahren mit der Entdeckung des Penicillins, der Mutter aller Antibiotika. Die Behandlung bakterieller Infektionen wurde revolutioniert und im Laufe der Jahrzehnte gesellte sich eine Vielzahl moderner und weitaus wirksamerer Antibiotika hinzu. Doch -wo viel Licht ist auch viel Schatten und so führte der unkritische Einsatz der Antibiotika in den vergangenen Jahrzehnten weltweit zur Ausbreitung antibiotika–resistenter Bakterien - mit leider steigender Tendenz. Eine europaweit durchgeführte Studie aus dem Jahr 2002 zeigt, dass je häufiger Antibiotika in einer Bevölkerung eingesetzt werden, desto öfter sind die entsprechenden Bakterien resistent, d. h. sie setzen sich gegen die üblicherweise eingesetzten Antibiotika mit z. T. sehr raffinierten Strategien erfolgreich zur Wehr.
Mittlerweile haben Bakterien bereits gegen jedes Antibiotikum auf der Welt Resistenzen entwickelt. Die Konsequenzen: täglich sterben weltweit Tausende von Menschen an nicht mehr mit Antibiotika behandelbaren Infektionen. Dazu die sozioökonomischen Folgen: Verdoppelung der Krankenhausverweildauer durch resistente Keime belasten das Gesund-heitssystem erheblich. So entstehen in den USA durch Krankheit und Todesfälle aufgrund von antibiotika-resistenten Bakterien jährliche Kosten von 30 Mrd. US-Dollar.

