Vom Wiener Kongress bis zur EU
Es war an einem Sommertag im Juni des Jahres 1816, als ein
englisches Dampfschiff rheinaufwärts in Köln anlegte - verbriefter Maßen
sozusagen der erste Flußkreuzer, dem zahlreiche andere Schiffe aus den
unterschiedlichsten Herrschaftsbereichen des damals noch so uneinigen Europas,
folgten. Von Rotterdam erkundete man städtchenweise den Rhein, zuerst bis Köln, dann bis Bacherach,
schließlich 1824 bis hinunter nach Kehl. 1853 besaßen allein das Düsseldorfer
Unternehmen „Dampfschiffahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein" und
die „Preußisch-Rheinische Dampfschiffahrts-Gesellschaft" in Köln, die sich in
demselben Jahr zusammen schlossen, 27 Dampfschiffe. Die schnellere und vor
allem Wetter unabhängige Eisenbahn
beendete schließlich den Boom der Dampfschiffe und es sollte fast hundert Jahre
dauern, bis die erste Kreuzfahrt auf dem Rhein angeboten wurde.
EUROPA - die Erste
Das
erste schwimmende Hotel auf dem Rhein hieß richtungsweisend EUROPA - und war eigens für eine
Flusskreuzfahrt gebaut worden. Bis zu 200 Gäste fanden in den 75 Kabinen, die
den damaligen Komfortansprüchen gerecht wurden, Platz. Noch heute sind die Folgeschiffe der „Europa", die ehemalige „Helvetia" (Baujahr
1960/61), „Britannia" (Baujahr 1968/69) und „Deutschland" (Baujahr1970/71) im
Einsatz - wenngleich unter anderen Namen. Doch es hat sich in den 50 Jahren
Flusskreuzfahrten in Deutschland sehr viel getan: Mit den technischen
Möglichkeiten stiegen die Komfortwünsche der Reisenden. Wo früher der Blick auf
die vorbei ziehenden Landschaften nur durch ein recht kleines Kabinenfenster
fiel, ermöglichen heute an Bord neuer Schiffe französische Balkone freie Sicht
auf die Uferpanoramen. Die Sonnendecks der modernen Schiffe können in ihrer
gesamten Länge genutzt werden. Insgesamt sind die heutigen
Flusskreuzfahrtschiffe dank riesiger Panoramascheiben sehr hell und licht; die
technischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts sorgen zum Beispiel auch für ein
Maximum an Raumhöhe und großzügige Badezimmer in den Kabinen und sogar
Internetanschluss an Bord. Und Viking Flusskreuzfahrten führte im Juli 2009 den
ersten europäischen Flusskreuzer mit Diesel-elektrischem Antrieb ein: So ist
die Fahrt der „Viking Legend" für die Gäste kaum noch hör- und spürbar, und es
können bis zu 20 Prozent Treibstoff eingespart werden.










