Eine Reise zur ayurvedischen Medizin

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Tag 1
Nachmittags erfolgt der Untersuchungstermin beim Arzt Dr Binu. Neben einer ausführlichen Anamnese, die mich fast an eine homöopathische Befragung erinnerte, wurde auch eine Pulsdiagnose durchgeführt. Ich wurde einem Vata-Kapha Typen zugeordnet. Der Vata Anteil bedeutet, dass ich ein Mensch bin, der sich bewegt, kommuniziert, körperlich und geistig lebendig ist. Darüber hinaus verleiht der Kapha Anteil Stabilität und Ausdauer. Soweit die Diagnose. Als Therapie sollte nun mein Pitta Anteil, der Wärme und Energie im Körper erzeugt mit dem Vata-Kapha-Anteil in Einklang gebracht werden und zusätzlich aktiviert werden.

Diätetisch wird mir sämtliches tierisches Eiweiß verboten, daneben auch jegliche Süßspeisen. Ich bekomme einen bitterschmeckenden Saft (Indukantham Kashayam) verordnet, welchen ich morgens und abends mit Wasser vor dem Essen einnehmen soll. Die Inhaltsstoffe, indische Kräuter, lassen sich nicht ergründen. Daraufhin geht es gleich zum Yoga. Der Yogaraum liegt mitten in einem Park mit Meerblick, ohne Fenster, lediglich überdacht.  Die Yoga-Meisterin führt mich durch die Atemübungen und den Sonnengruß (Dehn- und Kräftigung für den Körper). Anschließend folgt schon die erste Behandlung (Dauer auch an den folgenden Tagen immer zwei Stunden), eine Ganzkörper-Massage (Abhyanga Snana), welche mit ayurvedischen Ölen durchgeführt wird, den Körper aktiviert, den Lymphabfluss fördert, Stress abbaut und die Haut nährt. Gefolgt von einer Puder-Massage (Udvartthanam), die in rhythmischen Bewegungen über den gesamten Körper in Abwärtsrichtung durchgeführt wird. Sie soll Missempfindungen beseitigen, den Blutfluss anregen und beim Abnehmen helfen. Ich fühle mich frisch gepeelt, die Nacken und Rückenschmerzen sind jedoch noch nicht besser. Mir wurde für die gesamte Kur ein Therapeut zugeteilt, der stets mit großem Elan an mir arbeitete, lediglich die ayurvedischen Behandlungsliegen sind aus Holz und somit hart und gewöhnungsbedürftig. Am Abend folgt das erste ayurvedische Abendessen, viel Gemüse, mild und interessant gewürzt, dazu Herbalwater, ein 10 Minuten gekochtes Wasser mit Kräuteressenz, die aber nur schal schmeckt. Nach diesen Ereignissen schlafe ich wie ein Stein.

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