Portugal, Europas Leuchtturm im äußersten Westen des Kontinents und immer ein wenig im Schatten der übermächtigen Schwester Spanien stehend, führt ein relativ beschauliches Dasein. Man ist sich selbst genug - Touristen sieht man gerne, ohne sich aber an die nimmersatte Kommerzmaschine Tourismus zu verkaufen. Das Land - wild zerklüftet im Norden, behäbig reich in der Mitte und übersprudelnd jung im Süden - bietet viel zu entdecken und erfreut seine Gäste mit einer allseits präsenten Liebenwürdigkeit.
„Al Gharb" - im Westen viel Neues
Wer für ein paar Tage oder auch Wochen abschalten, sich den Wind nicht nur durch das Haar, sondern auch durch den Geist wehen lassen möchte, sollte sich für Portugals Sonnenküste entscheiden. Zwar reiht sich auch hier teilweise, wie im Nachbarland Spanien, ein Hotelkomplex an den nächsten, sind Anfang und Ende der kleinen Ortschaften oft nur schwer auszumachen, und dennoch sind diese 200 km Klippen, Buchten, Grotten und Sandstrände einladend und abweisend zugleich. „Al Gharb" nannten die Araber dieses Stückchen Land im äußersten Westen und sie drückten ihm einen, noch heute überall an den verschnörkelten Schornsteinen, erkennbaren Stempel auf.
Die Algarve muss man sich erreisen, ihre Geheimnisse erforschen, ihre Köstlichkeiten erarbeiten. Postkartenmotive findet man hier, wie sonst nur selten in Europa, fast hinter jeder Küstenbiegung, das moderate Klima erlaubt Urlaub zu jeder Jahreszeit. Wobei es an der Algarve keine Sonnengarantie gibt - wer täglich mehrere Stunden in der Sonne verbrutzeln möchte, sollte sein Ziel woanders suchen. Der Wind kann auch im Sommer durchaus unangenehm kalt sein, Regenschauer kommen und gehen wie die Wolken am Firmament und der Atlantik ist nicht das Mittelmeer - Badewannenwärme sucht man vergebens.
Dafür lädt vor allem das an der Westküste gelegene Barlavento mit seinen bizarren Grotten und Höhlen zum Segeln, Surfen oder Tauchen. Abwechslung vom Wasser bietet ein Ausflug ins Hinterland, wo ein sanftes Gebirge mit stillen Dörfern zwischen Johannisbrot- und Feigenbäumen, gepflegten Golfplätzen (30 gibt es davon allein in der Algarve!) und vor allem klare reine Luft die Besucher umfangen. Vergessen Sie Mallorca, denn um die Mandelbaumblüte in all ihrer weiß-rosa Pracht zu erleben, sollte man das Barrocal im Frühling durchwandern.










