Früher war die Zukunft länger [16]

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Kapitel 5

Lisa saß im Café und wartete auf Karl. Er hatte noch einen Termin auf seinem Kur-Pflichtprogramm zu absolvieren, Autogenes Training - oder war es Rückengymnastik? - erst danach würden sie einen Ausflug machen können. Lisa genoss es, hier zu sitzen, ein wenig zu denken, zu lesen und die Leute um sich herum zu beobachten.

Es war früher Nachmittag, eine gute Stunde vor der klassischen Kaffeezeit, dennoch gab es kaum noch einen freien Tisch. Die meisten Gäste waren entweder Angehörige von Kurgästen oder Wochenend-Touristen aus den nahe gelegenen Städten. Es roch angenehm nach Kaffee und Gebäck.

Lisa war gestern aus München mit dem Auto gekommen. Die Fahrt hatte sie angestrengt, denn auf Autobahn und Bundesstraßen staute sich streckenweise der Verkehr. Zudem goss es nur so vom Himmel, die Scheibenwischer mussten ständig auf ihrer hektischsten Betriebsstufe hin und her flitzen. Alle Scheiben beschlugen. So zu fahren, fand Lisa nervig und es drückte auf ihre Stimmung.

In Griesbach war es dann zum Glück trocken gewesen. So konnten Karl und sie ohne Schirm unterwegs sein. Gut so, denn mit Schirm hätte sie der kräftige Wind vermutlich davongetragen. „Wie den Fliegenden Robert im „Struwwelpeter", erinnerst du dich?" hatte Karl sie gefragt und sie hatten unter Lachen Verse aus dem Kinderbuch zitiert und darüber gestaunt, an wie viele sie sich noch erinnern konnten.

„So etwas vergisst man nicht. Aber wie der Name mancher unserer Geschäftspartner ist - das kann ich mir nicht merken, auch wenn ich mir Mühe gebe", stöhnte Lisa.

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