"Übergewicht bis hin zur Adipositas wird als wichtiges gesundheitspolitisches Problem wahrgenommen. Die Zahl der Menschen mit Übergewicht nimmt in allen Industrienationen zu. Dies hat auch in Deutschland zur Folge, dass immer mehr Menschen an ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie dem Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Darin liegt der besondere Krankheitswert des Übergewichts und der Adipositas, die damit gravierende Konsequenzen für den Einzelnen und für das Gesundheitswesen haben.
Falsche Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Übergewicht. Hier müssen gezielt präventive und therapeutische Konzepte ansetzen, die besondere Situation der Betroffenen berücksichtigen. Ein Schwerpunkt sollte auf Kinder und Jugendliche gelegt werden, denn bereits im Kindesalter werden Essgewohnheiten wesentlich geprägt."
Prof.Jürgen Margraf gab folgende Stellungnahme zu diesem brisanten Thema ab: "Die langfristige Aufrechterhaltung der Therapieerfolge ist die zentrale Herausforderung der Adipositastherapie. Gleichzeitig müssen die in der Regel sehr hohen Abbrecherquoten (insbesondere bei pauschaler Kalorienrestriktion) dringend verringert werden. Durch die Kombination des Lipasehemmers Orlistat mit einem psychologischen Patientenprogramm kann die langfristige Aufrechterhaltung der erzielten Erfolge ohne pauschale Herabsetzung der Nahrungsmenge erreicht werden. Das Patientenprogramm wird in Form von Gruppentherapien (8 Gruppensitzungen, eine Einzelsitzung zu Beginn) durchgeführt. Als wesentliche Komponenten der Behandlung umfasst es eine Normalisierung des Fettkonsums, das Erlernen der flexiblen Kontrolle der Essgewohnheiten, moderate Bewegungssteigerung und Ansporn durch die Gruppe. Ziel der Therapie ist nicht die maximale Abnahme, sondern die langfristige Erhaltung der Gewichtsreduktion durch Veränderung des Essverhaltens. Dabei sollen möglichst alle Patienten in Therapie behalten werden, d.h. es wird eine möglichst geringe Abbrecherquote angestrebt."




