Mal ehrlich - worauf achten Sie, wenn Sie beispielsweise einen Bürostuhl erwerben? Auf sein Design, auf den Preis oder auf das AGR-Zertifikat? Fast immer spielen Preis und Aussehen die größte Rolle beim Kauf von Alltagsgegenständen - auf denen wir dann mitunter mehr als 6 Stunden täglich sitzen. Denn der Büroalltag vieler Menschen, aber auch der Schulalltag unserer Kinder sieht fast immer so aus: Vom Bett ins Auto ins Büro und zurück ins Bett. Natürlich sitzen wir dazwischen am Frühstücks-, Mittags- oder Abendtisch, fläzen nachmittags telefonierend oder MP3hörend im Kinder-/Jugendzimmer und dämmern abends gemütlich der Nacht vor dem Fernseher entgegen. Wen wundert es also, dass 80% aller Mitteleuropäer mindestens einmal in ihrem Leben von Rückenschmerzen geplagt werden.
Ohne Bewegung keine Veränderung
In Deutschland leiden sogar 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung mehr oder weniger regelmäßig an Rückenbeschwerden, Tendenz steigend. Ursache ist fast immer die Bewegungsarmut des Alltags und ständig wiederkehrende stereotype Bewegungsabläufe. Doch ohne Beanspruchung werden unsere Wirbelkörper porös, die Bänder erschlaffen, die Bandscheiben werden brüchig und die Muskeln verkümmern. Unsere Wirbelsäule kann nämlich nur durch ausreichend Bewegungsreize schmerzfrei und uneingeschränkt funktionieren. Um Rückenschmerzen zu vermeiden, ist es deshalb wichtig, Bewegung ins tägliche Leben zu integrieren. Schon kleine Veränderungen entlasten den Rücken und kräftigen die Muskulatur: beispielsweise Treppen zu steigen statt Rolltreppe oder Fahrstuhl zu benutzen oder das Zurücklegen kürzerer Strecken mit dem Rad statt mit dem Auto. Die Forderung nach ausreichend Bewegung ist aus orthopädischer Sicht unverzichtbar. Allerdings können sportliche Aktivitäten, die nicht dem persönlichen Leistungsstandard entsprechen, zu einer Überbelastung des Bewegungs- und Stützapparates und dadurch zu Beschwerden führen. Vor allem bei älteren Menschen treten dann häufig Rücken- und Gelenkschmerzen auf. Unerlässlich ist deshalb eine effiziente Dehnung und Erwärmung der Muskulatur vor dem Sport.
Voraussetzung für eine gesunde kindliche Entwicklung des Bewegungs- und Stützapparates ist ein durch Bewegungsanreize und sportliche Betätigung geschaffener guter Muskelaufbau sowie die Schulung der Bewegungskoordination.





