Die Ursachen der Schizophrenie sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Man weiss jedoch, dass die Anfälligkeit für die Erkrankung unter anderem genetisch bedingt ist: So liegt das Erkrankungsrisiko für Kinder mit einem schizophrenen Elternteil bei ungefähr zehn Prozent und steigt auf über 40 Prozent, wenn beide Elternteile betroffen sind.
Mit weltweit mehr als 24 Millionen Betroffenen gehört die Schizophrenie zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Allein in Deutschland erkranken rund 800.000 Menschen mindestens einmal im Leben an einer schizophrenen Psychose - und es trifft vor allem junge Menschen. Die ersten Symptome einer Schizophrenie treten meist schon zwischen dem 18. und dem 35. Lebensjahr auf, bei zwei Dritteln aller Fälle vor dem 30. Lebensjahr. Frauen und Männer sind dabei gleichermaßen betroffen.
Biochemisch handelt es sich bei der Schizophrenie um eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die mit einem gestörten Informationsfluss im Gehirn einhergeht. Dabei gerät das System der Botenstoffe Dopamin und Serotonin aus dem Gleichgewicht. Untersuchungen belegen u. a. eine überhöhte Aktivität des Dopamins und seiner Rezeptoren. Die Folge: Das Gehirn ist mit der Verarbeitung der übermäßigen Reize überfordert. Jüngere Untersuchungen zeigen außerdem, dass es im Verlauf der Erkrankung bei den Betroffenen zu einem kontinuierlichen Abbau der grauen Hirnsubstanz kommt.
Die zahlreichen Facetten der Erkrankung lassen sich in verschiedene Symptomkomplexe unterteilen: Zu den sogenannten „positiven" Symptomen zählen in erster Linie Sinnestäuschungen (Halluzinationen): Die Betroffenen hören plötzlich Stimmen, die sie bedrohen oder ihnen Befehle erteilen, oder sie sehen Farben und Phänomene, die nur für sie bestimmt scheinen. Viele Patienten entwickeln auch Wahnideen und fühlen sich z. B. verfolgt oder beobachtet. Oft erleben sie die Grenzen zwischen der eigenen Person und der Umwelt als durchlässig („Ich-Störung").
Als „negative" Symptome gelten Beeinträchtigungen wie Antriebslosigkeit, Apathie, Schwierigkeiten beim abstrakten Denken oder auch ein Mangel an Spontanität und Flüssigkeit beim Sprechen. Häufig ziehen sich die Betroffenen mehr und mehr von ihren Mitmenschen zurück. Isolation und Vereinsamung sind die Folge. Oft zeigt sich im diesem Zusammenhang auch eine depressive Begleitsymptomatik.




