Im 19. Jahrhundert galten sie als "überflüssiger Ballast", daher auch der Name. Damals gelang es erstmals, das Getreidekorn von seiner Hülle zu trennen, in der sich die Ballaststoffe befinden. Ballaststoffe sind unverdauliche, bzw. für den Organismus nicht verwertbare, Kohlenhydrate. Die wichtigsten Lieferanten von Ballaststoffen sind neben Getreide und Vollkornprodukten Gemüse und Obst. Auf Grund ihrer Struktur bezeichnet man Ballaststoffe auch als Faserstoffe oder Pflanzenfasern.
Ballaststoffe sind gesund
Ballaststoffe sind Bestandteil von Nahrungsmitteln und können von den Verdauungsenzymen im Dünndarm nicht aufgespalten, daher nicht verdaut werden. Heute unterscheidet man lösliche von unlöslichen Ballaststoffen. Lösliche Ballaststoffe wie Pektin, Inulin und Oligofruktose bestehen aus aneinander gereihten Zuckereinheiten und können von den körpereigenen Verdauungsenzymen nicht abgebaut werden. Sie gelangen daher unverändert in den Dickdarm, wo sie nützlichen Darmbakterien als "Nahrungsquelle" dienen können. Lösliche Ballaststoffe beeinflussen vor allem den Stoffwechsel, denn sie binden Stoffwechselprodukte wie Gallensäuren und sorgen für deren Ausscheidung. Da Gallensäuren zu 80 Prozent aus Cholesterin bestehen, tragen lösliche Ballaststoffe zu einem cholesterinarmen Blutspiegel bei. Zudem senken sie Blutfettwerte und normalisieren den Zuckerstoffwechsel.
Unlösliche Ballaststoffe wie Cellulose und Hemicellulose bestehen aus verschiedenen Stoffen, die im menschlichen Verdauungstrakt weder durch Verdauungsenzyme noch mikrobiell aufgeschlossen werden können. Sie werden zwar wieder unverändert ausgeschieden, üben aber dennoch einen positiven Einfluss auf den Körper aus - vorrangig im Darm: Durch ihre gute Quellfähigkeit binden sie Flüssigkeit, vergrößern dadurch das Volumen des Darminhaltes und regen so die natürliche Darmbewegung (Peristaltik) an. Damit beugen unlösliche Ballaststoffe Verstopfungen vor. Übrigens: Wer viel Ballaststoffe zu sich nimmt, trinkt automatisch mehr.
Kurz gesagt: Ballaststoffe entschlacken und entgiften den Körper. Außerdem sind sie gut für die Figur, denn mit ballaststoffreicher Ernährung bleibt man schlank. Das Sättigungsgefühl tritt eher ein und die unverdaulichen Ballaststoffe senken den Energiegehalt unserer Nahrung.
Ballaststoffe, lösliche wie unlösliche, bilden somit einen wichtigen Bestandteil in der gesunden, ausgewogenen Ernährung und fördern das allgemeine Wohlbefinden.

