Auch in wissenschaftlichen Fachkreisen ist das "wie" der richtigen Babypflege ein umstrittenes Thema. Denn die Pflege von Neugeborenen hat sich überwiegend durch Traditionen und Erfahrungen etabliert, deren Vielfältigkeit aber nicht selten zu Orientierungslosigkeit und Fehlverhalten führt. So kann eine falsche Hautpflege mittelfristig einer gesunden Hautentwicklung entgegenwirken und dadurch auch die Hautgesundheit gefährden. Neueste Studien stellen viele der bisherigen Meinungen und Praktiken in Frage und ermöglichen nun die Entwicklung von einheitlichen, evidenzgestützten Pflegeempfehlungen.
Eine der Ursachen für Fehlinterpretationen der Bedürfnisse von Babyhaut ist, dass bisher wenige Erkenntnisse über deren Struktur und Funktionsweise vorlagen. Lediglich die Anpassung der Haut an die neue postnatale Umgebung in den ersten Tagen unmittelbar nach der Geburt galt als gut erforscht. Über diesen recht kurzen Zeitraum hinaus sind weder der Reifeprozess noch die mittel- und langfristigen Auswirkungen von Wasch- und Pflegeroutinen auf die gesunde Haut von Neugeborenen und Säuglingen wissenschaftlich vertieft worden. So ging man davon aus, dass Neugeborenenhaut und insbesondere das Stratum corneum als oberste Schicht der Epidermis und zentrale Schutzbarriere des Körpers bereits wenige Wochen nach der Geburt an die neue postnatale Umgebung angepasst und voll entwickelt ist.




