- Synonyme
- Hauptvorkommen in der Natur
- Stabilität
- Funktionen
- Ausgeprägter Mangel
- Risikogruppen
- Wünschenswerte Zufuhr
- Darreichungsformen
- Sicherheit
- Anreicherung von Lebensmitteln
Synonyme
Folsäure (chemische Bezeichnung: Pteroylplutaminsäure) gehört zur Gruppe der B-Vitamine. Veraltete Bezeichnungen für dieses Vitamin sind: Folacin, Vitamin M, Vitamin Bc und Lactobacillus casei-Faktor. Der Begriff "Folate" wird verwendet, um alle Mitglieder der gleichen Gruppe von Verbindungen bezeichnen, in denen Pteroinsäure an ein oder mehr Moleküle äure gebunden ist.Hauptvorkommen in der Natur
Folate sind in einer Vielzahl von Nahrungsmitteln enthalten. Die ergiebigsten Quellen sind Leber, dunkelgrüne Blattgemüse,.Bohnen, Weizenkeime und Hefe. Andere Quellen sind Eigelb, Rüben, Orangensaft und Vollweizenbrot. Die meisten Folate in der Nahrung liegen in der Polyglutamatform vor und werden in der Dünndarmwand in die Monoglutamafform umgewandelt, bevor sie in den Blutkreislauf resorbiert werden. Nur etwa die Hälfte der mit der Nahrung aufgenommenen Folate wird tatsächlich resorbiert. Unter normalen Bedingungen tragen Folate, die durch Intestinalbakterien synthetisiert werden, nicht wesentlich zur Folatversorgung des Menschen bei, da die bakterielle Folatsynthese gewöhnlich auf den Dickdarm (Colon) beschränkt ist, während die Resorption hauptsächlich im oberen Teil des Dünndarms (Jejunum) erfolgt.Stabilität
Die meisten Folafformenin der Nahrung sind instabil. Frisches, bei Zimmertemperatur gelagertes Blattgemüse kann innerhalb von 3 Tagen bis zu 70% seiner Folalaktivität verlieren. Beträchtliche Verluste entstehen auch durch Übergang ins Kochwasser (bis zu 95%) sowie durch Erhitzen.Funktionen
Tetrahydrofolsäure, die aktive Form der Folate im Körper, wirkt als Kofaktor in zahlreichen essentiellen Stoffwechselreaktionen. Sie spielt eine bedeutende Rolle im Metabolismus der Aminosäuren, den Bausteinen der Proteine. Ebenso ist sie an der Synthese von Nukleinsäuren, den Trägern der genetischen Information in der Zelle, wie auch an der Blutzellbildung und einiger Bestandteile des Nervengewebes beteiligt. Folsäure ist daher essentiell für ein normales Wachstum und die optimale Funktion des Knochenmarks und des Nervensystems. Folatmangel ist mit der am meisten verbreitete Vitaminmangel. Er kann durch ungenügende Aufnahme, gestörte Resorption, Stoffwechselstörungen, sowie durch erhöhten Bedarf hervorgerufen werden. Die Diagnose eines subklinischen Mangels hängt von der Nachweisbarkelt reduzierter Mengen im Gewebe oder von anderen biochemischen Nachweisen ab, da hämatologische Veränderungen in der Regel fehlen und Blutplasmaspiegel keine verläßlichen Indikatoren sind. Der Zustand eines Folatmangels kann sich innerhalb von 1 bis 4 Wochen einstellen Abhängig von Ernährungsgewohnheiten und Körperreserven des Vitamins. Frühe Symptome eines Folatmangels sind unspezifisch, sie schließen Müdigkeit, Reizbarkeit und Appetitlosigkeit ein.Ausgeprägter Mangel
Schwerer Folatmangel führt in fast allen Fällen in kurzer Zeit zu megaloblastischer Anämie, einem Zustand, in dem das Knochenmark vergrößerte, unreife Blutkörperchen bildet. Die klinischen Symptome sind variabel und hängen von der Schwere der Anämie und der Stärke des Ausbruchs ab. Eine unbehandelte megaloblastische Anämie kann fatale Folgen haben. Akuter Mangel (z. B. nach Gabe von Folatantaponisten) kann sich durch Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall äußern. Schmerzhafte Geschwüre in Mund und Rachen, sowie Hautveränderungen und Haarausfall können außerdem auftreten.Allgemeine Symptome eines chronischen Folatmangels sind Müdigkeit, sowie Energie- und Antriebslosigkeit. Ebenso können sich Entzündungen im Mund und auf der Zunge entwickeln. Ein Mangel während der Schwangerschaft kann zur Frühgeburt und/oder Mißbildungen beim Neugeborenen führen. Bei Kindern kann das Wachstum verzögert und die Pubertät verspätet sein. Folatmangel wurde außerdem mit neurologischen Störungen, wie Depressionen und geistiger Verwirrung (Demenz) in Verbindung gebracht.
