Allergien - Fragen und Antworten

1. Woher stammen die typischen Allergie-Anzeichen?

Die Nase läuft, die Augen tränen, die Haut juckt. Allergiker besitzen ein fehl geleitetes Immunsystem. Das stuft harmlose Blütenpollen fälschlicherweise als gefährliche Substanzen ein und löst eine Entzündungsreaktion an den Schleimhäuten aus. Bereits 12 Millionen Deutsche schniefen sich mittlerweile auf diese Weise durch Frühjahr und Sommer. Tendenz: steigend. Laut dem Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) hat sich die Heuschnupfen-Häufigkeit seit den Sechzigerjahren alle zehn Jahre verdoppelt.

2. Warum werden Pollen immer aggressiver?

Die Ursachen für den vermehrten Pollen-Alarm sehen Experten vom Zentrum Allergie und Umwelt der TU München in der zunehmenden Schadstoffbelastung der Luft und in der globalen Erwärmung. Feinstaub macht die Allergie auslösenden Eiweißstoffe der Pollen aggressiver, das milde Klima wiederum verlängert die Blütezeit der Pflanzen. Die gestiegenen Temperaturen begünstigen außerdem die Ausbreitung fremder Allergene, zum Beispiel die der jüngst nach Deutschland eingewanderten Ambrosiapflanze. Die Pollen der beifußähnlichen „Asthma plant” gelten als die angriffslustigsten der Welt.

3. Wann wird man zum Allergiker?

Jeder Mensch kann ohne Vorwarnung zum Allergiker werden. Mittlerweile klagen auch 40- und 50-Jährige zum ersten Mal in ihrem Leben über Schniefnasen und Tränaugen. „Dabei galt früher die Regel, dass Neusensibilisierungen nur bis zum jungen Erwachsenenalter auftreten”, staunt der Lungenfacharzt Norbert Mülleneisen vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA). Mehr als ein Dutzend Patienten, die er in seiner Leverkusener Praxis behandelt, sind heute bereits älter als 65 Jahre. „Das wäre vor 20 Jahren noch eine Sensation gewesen.” Heuschnupfen konsequent zu therapieren, ist deshalb wichtig, weil die Beschwerden sonst von Hals und Nase in die Bronchien wandern und ein gefährliches Bronchialasthma auslösen können. Jedem dritten Patienten mit allergischem Schnupfen droht ein solcher dramatischer Verlauf”, weiß Lungenspezialist Mülleneisen.

4. Was hilft wirklich?

Wer nur unter gelegentlichem Naseprickeln leidet, dem verschaffen rezeptfreie Tropfen oder Tabletten Linderung, die die Symptome bekämpfen (z.B. Antihistaminika, Kortisonspray). Heilung verspricht die spezifische Immuntherapie, bei der die hyperaktive Körperabwehr in kleinen Schritten mit dem betreffenden Allergen vertraut gemacht wird - der Arzt verabreicht die verdünnte Lösung entweder per Spritze oder verschreibt entsprechende Tropfen, die der Patient sich selbst unter die Zunge träufelt. In jedem Fall jedoch raten Ärzte den Betroffenen, einen möglichst großen Bogen um ihren Allergieauslöser zu machen.

5. Gibt es Hilfsmittel für zuhause?

Selbst zuhause fällt vielen Allergikern das Atmen schwer. Gelangen nur einige Dutzend Pollen in die Wohnung, etwa beim Lüften oder über die Kleidung, fängt die Nase bei vielen Betroffenen bereits an zu laufen. Dagegen helfen spezielle Raumluftfilter. Die Luftreiniger sorgen in den Ruhe- und Rückzugsräumen der Wohnung für pollenfreie Atmosphäre. Nicht zuletzt kommen diese Geräte auch Menschen zugute, die unter einer Überempfindlichkeit gegen Hausstaubmilben oder Tierhaare leiden. Effektive Abhilfe gegen Allergie auslösende Luftpartikel leisten Filtrete Luftreiniger. Diese Geräte saugen die Umgebungsluft an, filtern sie in mehreren Stufen und geben die gereinigte Luft wieder ab. Ihr Filtersystem besteht aus dauerhaft elektrostatisch aufgeladenen Fasern, die ein vielfach gefaltetes Vlies bilden - dieses zieht die Partikel automatisch an. Dadurch können sie bis zu 99,9 Prozent aller Pollen, Schimmelpilze und anderer Partikel schon ab einer Größe von 0,3 Mikrometer aus der Luft filtern.




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