Alzheimer‐Früherkennung

Sie zählt zu den Geiseln der modernen Zeit und die Krankheit ist bis heute noch nicht heilbar, mittlerweile aber gut behandelbar. Alzheimer früh zu erkennen, bringt viele Vorteile mit sich. Doch Gedächtnisprobleme treten nicht nur im Rahmen von dementiellen Erkrankungen wie etwa der Alzheimer? Erkrankung auf, sondern können auch Symptom anderer Erkrankungen sein, die gut behandelbar oder sogar auch heilbar sind

Wann ist Früherkennung zu empfehlen?

Unter Früherkennung von Alzheimer versteht man das Bemühen, den Krankheitsprozess in einem Entwicklungsstadium zu entdecken, in dem noch keine oder nur geringfügige Symptome aufgetreten sind. Denn die Früherkennung einer nachlassenden Hirnfunktion bringt für bestimmte Personengruppen Vorteile mit sich.

Professor Dr. med. Frank Jessen erklärt dazu:

“…Gedächtnisprobleme … können auch Symptome anderer Erkrankungen sein, die gut behandelbar oder auch heilbar sind. … Beispielsweise können Gedächtnisprobleme auch im Rahmen einer Depression auftreten. Daneben können auch andere Störungen und Erkrankungen wie unter anderem eine Unterfunktion der Schilddrüse, ein Vitamin?B12? oder ein Folsäuremangel sowie Erkrankungen der Nieren, der Leber und der Bauchspeicheldrüse Symptome einer Demenz zeigen… Bei entsprechenden Beschwerden sind daher Früherkennungsmaßnahmen sinnvoll, um gut behandelbare Ursachen einer nachlassenden Hirnleistung frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Bei anhaltenden Gedächtnis? oder Wortfindungsstörungen sowie auffallenden Verhaltensstörungen sollte unabhängig vom Alter eine Abklärung der Ursache beim Facharzt erfolgen”. Früherkennung bei gesunden symptomfreie Personen nachteilhaft Für Menschen, die keinerlei Beschwerden haben besteht kein Anlass, eine Untersuchung zur Früherkennung von Alzheimer wahrzunehmen. ” Die heutigen Verfahren erlauben keine Vorhersage einer Demenz bei gesunden Personen. Ganz gesunden Menschen muss man daher von einer Alzheimer?Diagnostik abraten”, meint Prof. Jessen , stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie und psychiatrischer Leiter des interdisziplinären Klinischen Behandlungs? und Forschungszentrums (KBFZ) für neurodegenerative Erkrankungen am Universitätsklinikum Bonn.
Eine Ausnahme bilden Personen aus Familien, in denen die Alzheimer?Erkrankung gehäuft auftritt und dies auch bereits in jungen Jahren ? etwa zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Hierbei kann es sich um eine erblich bedingte Form der Alzheimer?Krankheit handeln, die auf eine genetische Mutation zurückgeht. In diesen Fällen sollten sich Betroffene ausführlich informieren und zu dem Nutzen und den Nachteilen einer Früherkennungsuntersuchung beraten lassen.
Mehr Informationen unter Psychiater im Netz




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