Bin ich schön? Studie gibt Aufschluss

Spieglein, Spieglein an der Wand … Gefalle ich mir - oder finde ich mich hässlich? Ist unsere Selbstwahrnehmung Spiegelbild unserer psychischen Verfassung?

Eine aktuell auf dem diesjährigen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Münster vorgestellte Studie gibt jetzt erstmalig Aufschluss über diesen Zusammenhang und beantwortet zudem die Frage, ob Personen mit einer negativen Selbstwahrnehmung eher zu operativen Schönheitskorrekturen neigen.

Ein Spezialisten-Team um Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang und Priv.-Doz. Dr. Dr. Ingo N. Springer in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitäts Klinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, lüftete das Geheimnis. Dazu wurden 325 Probanden (162 Frauen und 163 Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahre) gebeten, eine wissenschaftlich hoch anerkannte Befindlichkeitsskala (nach Zerssen und Koeller) auszufüllen. Des weiteren beantworteten sie spezifische Fragen mittels einer visuellen Analogskala, um die Selbstwahrnehmung der eigenen Attraktivität und sozialen Integration sowie die Bereitschaft, sich Eingriffen der ästhetisch-plastischen Chirurgie zu unterziehen, zu beurteilen. 308 unabhängige Gutachter beurteilten parallel Fotografien dieser Probanden mit unterschiedlichem mimischem Ausdruck: ernst, lächelnd, lachend.

Wahre Schönheit kommt von innen

Dieser gern zitierte Satz konnte klar belegt werden: Die durchschnittlichen Beurteilungen der eigenen Attraktivität waren wesentlich positiver bei den Probanden mit normalem Wohlbefin-den. Fragen, die den Einfluss des eigenen Aussehens auf die soziale Interaktion betrafen, wurden von Probanden mit beeinträchtigtem Wohlbefinden signifikant negativer beantwortet als von Probanden mit normalem Wohlbefinden.

Das Erstaunliche: Dennoch waren Probanden mit eingeschränktem Wohlbefinden nicht gewillter, sich ästhetisch-plastischen Eingriffen zu unterziehen als die Probanden der anderen Gruppen. Die unabhängigen Gutachter sahen - anders als die Probanden - keine Unterschiede zwischen der durchschnittlichen Attraktivität von den Probanden mit eingeschränktem Wohlbefinden im Vergleich zu denen mit normalem Wohlbefinden.

Psyche gut - alles gut?

Fazit der Kieler Studie: Wer mental schlecht drauf ist, findet sich und sein Gesicht eher unattraktiv - dies völlig unabhängig von der tatsächlichen Attraktivität. Die Neigung, sich per ästhetisch-plastischer Chirurgie verschönern zu lassen, ist absolut unabhängig von der Befindlichkeit. Und die Krux: Bei Personen mit beeinträchtigter Befindlichkeit ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Selbstwahrnehmung durch ästhetisch-plastische Eingriffe verbessert wird.




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