Craniomandibulären Dysfunktionen – das geheime Leiden

Sieben Millionen Deutsche leiden unter einer Kieferfehlstellung, ­ meist ohne es zu wissen. Eine Funktionsstörung mit weitreichenden Folgen, denn diese reichen von Nacken- und Rückenschmerzen über Migräne bis hin zu Magen-Darm-Problemen, Tinnitus, Sehstörungen und Schwindel

Sie ist weit verbreitet, wird aber nur selten erkannt: Sieben Millionen Deutsche leiden unter einer Craniomandibulären Dysfunktionen (CMD) – meist ohne es zu wissen. Von CMD spricht man, wenn das Zusammenwirken von Zähnen, Kaumuskeln und Kiefergelenken gestört ist. Diese Funktionsstörung hat Auswirkungen auf den ganzen Körper und kann zu zahlreichen Beschwerden führen, die man nur selten mit den Zähnen in Verbindung bringt: Das reicht von Nacken- und Rückenschmerzen über Migräne und Halsschmerzen bis hin zu Magen-Darm-Problemen. Aber auch Tinnitus, Sehstörungen, Taubheitsgefühle in Armen und Fingern, Heiserkeit und Sprechstörungen, sowie Schlafprobleme, Schwindel oder Depressionen können durch einen Fehlbiss verursacht werden.

Grund: „Der Mund und seine anatomische Umgebung beinhalten ein Drittel aller Nerven“, erklärt Dr. Stefanie Morlok, Zahnärztin aus München und Expertin für CMD. „Durch eine Verschiebung im Kiefergelenk, Asymmetrie im Biss oder muskuläre Probleme kommt es zu Beschwerden, die dann häufig falsch interpretiert und entsprechend behandelt werden.“ Hinzu kommt noch: Verspannungen in der Gesichtsmuskulatur drücken auf Nerven, reizen oder blockieren sie, was wiederum Schmerzen in den unterschiedlichsten Körperregionen auslösen kann.

„Fast jeder zweite leidet an einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Dysfunktion“, hat Dr. Morlok festgestellt. „Oft haben Patienten eine jahrelange Odyssee hinter sich, bis sie eine Diagnose bekommen.“ Problem: Auch viele Ärzte kennen sich nicht mit der Materie aus. „Wie soll man auch bei Symptomen wie etwa Knieschmerzen auf die Idee kommen, die Ursache bei den Zähnen zu suchen?“

Mit verschiedenen Maßnahmen der Funktionsanalyse kann man dem Problem auf die Spur kommen. Dazu gehören elektronische Bisskontrolle, Messung von Kaumuskeln und Kieferbewegungen, Geräuschanalyse der Kiefergelenke, sowie Röntgen- und MRT-Aufnahmen.

„Außerdem sollte man die Ursachen für die Fehlstellung herausfinden.“ Die liegen bisweilen weit zurück in der Kindheit: „Viele Neugeborene haben durch eine verkrümmte Haltung im Mutterleib oder durch ein Geburts-Trauma bereits eine falsche Kopfhaltung, wodurch es zum asymmetrischen Wachstum des Kauapparates kommt“, so Dr. Morlok. Weitere Ursachen sind Unfälle, Haltungsschäden, aber auch Ernährung, Karies und falsche Atmung.

Mit Schienentherapie, Bisskorrektur und Kieferorthopädie kann man die Symptome beheben.

Mehr Infos: www.drmorlok.de




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