Handwerker und „Häuslebauer” leben äußerst gefährlich

Die Unfälle auf dem Weg zur und von der Arbeit nicht mitgerechnet, ereignet sich in Deutschland alle acht Minuten ein schwerer Unfall bei der Arbeit. Was meist nicht realisiert wird: Neben Arbeitern und Handwerkern sind auch die „Häuslebauer” und die Dot-it-Yourselfer, die einen Teppich etwa selbst verlegen, äußerst gefährdet. Die Gefahrenpotenziale sind immens und „werden of unterschätzt oder einfach nicht zur Kenntnis genommen”, unterstreicht die Medizinerin der Berufsgenossenschaft Bau, Dr. Anette Wahl-Wachendorf. Baustoffe etwa jeder Art können die Atemwege und die Haut beeinträchtigen, Feinstaub ruft Bronchitis und Asthma hervor, Zement kann die Ursache für ein Handekzem sein, auch „Maurerkrätze” genannt, die beim Fliesenkleben verwendeten Epoxidharze führen zu Allergien. Obwohl „angefeindet” und verbal geächtet, werden in Farben und Lacken noch immer Lösemittel verwendet, die nicht nur Haut und Schleimhaut reizen, sondern sich auch schädlich auf Leber, Nieren und - so die neueste medizinische Erkenntnis - das zentrale Nervensystem auswirken: Sogar die Hörorgane sind gefährdet.

Natürlich kann man sich schützen - aber da beginnt bereits eine gewisse Problematik: Welchen von Dutzenden verschiedener Atemschutzmasken ist die richtige, welcher von Hunderten angebotenen Handschuhe ist der zuverlässigste?

Man darf sich nicht nur auf die Hinweise der Hersteller verlassen, denn die sind nicht selten ungenau - das Produkt soll sich ja schließlich verkaufen, also werden unter Umständen mögliche Nachteile verschwiegen. Meist sind Gebrauchsanweisungen auch nur kleinstgedruckt, nicht selten ist zum Lesen eine Lupe erforderlich. Baumärkte haben es besonders „in sich”. Da stehen beispielsweise, so Dr. Thorsten Reinecke von der BG Bau, Produkte in den Regalen, die mit der Aufschrift „kein Publikumsprodukt - nur für gewerbliche Anwendung” gekennzeichnet sind. Heimwerker übersehen das nicht selten und bringen sich damit in Gefahr. Es gibt Sprühdosen - Inhalt etwa Montageschaum -, die haben zwei Kammern. Die Dose muss geschüttelt werden, um eine chemische Reaktion zu erzeugen und den Inhalt zu aktivieren. Aber nach dem Schütteln darf man den Inhalt nur sechs Minuten lang benutzen, sonst erhöht er sich auf rund 50 Grad - und die Dose explodiert.

Gefahren also noch und noch - gerade zu Hause. Es gibt jedoch eine Internet-Adresse, die keineswegs nur Professionellen oder Mitgliedern der Berufsgenossenschaft Bau offen und zur Verfügung steht. Es handelt sich dabei um das Gefahrenstoff-Informationssystem der BG Bau, das unter www.gisbau.de eingesehen werden kann. Die dort für eine Vielzahl von Baustoffen, Bauchemikalien und Reinigungsmittel verfügbaren Informationen enthalten klar formulierte und verständliche Angaben zu den Gesundheitsgefahren, aber auch zu Schutzmaßnahmen. So kann zum Beispiel auf eine ganze Palette von Handschuhen zugegriffen werden - welcher passt bei der Holzbearbeitung, welcher nicht für nassen Zement, welcher schützt die Haut bei welcher Arbeit besonders?

A pro pos Haut: Sie ist mit einer Fläche von zwei Quadratmeter (Durchschnitt) das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie ist auch das schwerste Organ, wiegt - je nach Körper und Fetteinlagerung - zwischen drei und 20 Kilogramm. Die Bedeutung der Haut für die Gesundheit wird sehr unterschätzt. Von rund 25 000 Berufserkrankungen im Jahr 2005 waren etwa 9 500 berufsbedingte Hautkrankheiten. Die direkten Kosten der Krankenkassen, die auf Hauterkrankungen zurück zu führen sind, belaufen sich auf jährlich vier Milliarden Euro. 106 Krankenkassen und Unfallversicherungsträger - wie die BG Bau - unterstützen deshalb die bundesweite Präventionskampagne „Deine Haut - Die wichtigsten 2m² Deines Lebens”. Eine gesunde Haut hat weniger Hauterkrankungen zur Folge - darauf wird in Hunderten von Plakaten hingewiesen. Diese Haut-Kampagne übrigens ist auch Gesundheitspartner bei den Stadtmarathonläufen in Köln (Oktober 2007) sowie Berlin (Oktober 2008).




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