Kein Sport bei Erkältung

Ein leichter Schnupfen muss nicht gleich das Trainings-Aus bedeuten. Eine Grippe sollte hingegen ordentlich auskuriert werden. Dr. Ertan Dogu von der Kardiologisch-Angiologischen Praxis am Klinikum Links der Weser weiß dazu Rat: „Schon bei einer gewöhnlichen Erkältung muss der Körper auf Hochtouren arbeiten. Wer sich in dieser Phase sportlich betätigt, belastet seinen Körper zusätzlich und schwächt das Immunsystem: Viren können sich leicht bis zum Herz verbreiten und dem Herzmuskel nachhaltig schaden. Ein großes gesundheitliches Risiko bestehe bei einer vorschnellen Wiederbelastung. Gelegentlichen Joggern empfiehlt man deshalb: Bevor man nach einer Grippe wieder mit dem Sport beginnt, sollte man mindestens fünf Tage fieberfrei sein, keine Erkältungssymptome mehr haben und sich fit fühlen. Erst dann kann das Training langsam neu gestartet werden. Wichtig ist, den Körper nicht gleich zu überfordern und ihn genau zu beobachten: Rast der Puls nach kurzer Zeit und fühlt man sich schnell erschöpft, kann das ein Hinweis auf eine Herzfunktionsstörung sein. Spitzensportler sollten dagegen nach einer Grippe bis zu vier Wochen an keinem Wettkampf teilnehmen, so der Kardiologe Dr. Dogu aus Bremen. „Bei ihnen ist die Herzbelastung zu groß.”

Myokarditis oft unerkannt

Die Herzmuskelentzündung tritt häufiger auf als man denkt, bleibt von Betroffenen aber oft unbemerkt. Weil sich die Symptome nur schwer von den Beschwerden der Erkältung unterscheiden, nehmen viele die Erkrankung am Herzen überhaupt nicht wahr. Hinweise auf eine Myokarditis können starke Müdigkeit, Herz-Rhythmusstörungen, hohe Pulswerte oder Brustschmerzen sein. In diesem Falle sollte man nicht zögern und zum Arzt gehen. Auch Beschwerden, die nach einer Grippe bei sportlichen Aktivitäten neu auftreten oder sich verstärken, müssen ernst genommen und durch einen Spezialisten abgeklärt werden. Das Risiko einer Herzmuskelentzündung tragen alle Menschen, ab 35 Jahre sei dieses aber erhöht. Besteht eine bisher unentdeckte, angeborene Herzmuskel- oder Herzklappenerkrankung, dann können auch jüngere Menschen durch eine so genannte aufgepfropfte Herzmuskelentzündung lebensgefährlich erkranken.

Diagnose fällt häufig schwer

Tatsächlich bleibt die Herzmuskelentzündung oft unentdeckt, denn auch für den Arzt ist sie nur schwer feststellbar. Einen Hinweis auf Veränderungen am Herzmuskel bieten Ultraschalluntersuchung oder Magnetresonanz-tomographie zusammen mit Blutuntersuchungen und EKG. Einen sicheren Nachweis liefert die Probenentnahme mit Virusnachweis im Herzmuskelgewebe. Fällt diese positiv aus, empfehlen die meisten medizinischen Fachgesellschaften sechs Monate Schonzeit mit begleitender, medikamentöser Therapie. Erst wenn nach einer weiteren Probenentnahme kein Virus mehr nachgewiesen wird, erfolgt wieder die Erlaubnis zum Sport.

Keine Medikamente vor dem Marathon

Die meisten der plötzlichen Herztode beim Sport treten jedoch durch einen Herzinfarkt und nicht durch eine verschleppte Herzmuskelentzündung ein. Die Belastung zum Beispiel bei einem Marathon ist für das Herz enorm. Jeder ambitionierte Läufer sollte sich deshalb einem kardiologischen Check Up unterziehen. Wichtig sei, keine Schmerzbeziehungsweise Grippemittel zu nehmen, um sich fit zu machen. Denn dadurch können Symptome, die normalerweise zum Abbrechen der Belastung führen würden, kaschiert werden und den Körper nachhaltig schädigen. Besonders die Nierenfunktion kann sich dann abrupt verschlechtern und dies bis hin zum Nierenversagen führen.




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