Neues aus der Dermatologie

Aktinischen Keratose

…bei einer der häufigsten bösartigen Hauterkrankungen zeigt sich erneut die Überlegenheit der PDT Therapie . Dies ist nicht mit einer exzellenten Abheilrate sondern auch mit einem hervorragenden kosmetischen Ergebnis verbunden, weswegen auch so langsam der Bereich der ästhetischen PDT immer interessanter wird. Aber Vorfällen bei den bis zu 1,2 Millionen jährlich neudiagnostiziertem aktinischen Keratosen zeigen sich bis zu 90% Erfolgschancen mit dieser Therapie, weshalb man auch evidenzbasiert eine Empfehlung der Klasse A aussprechen kann, genau so wie für den M. Bowen und bestimmte Basalcellcarcinomarten. Neue Lampen die mit LED Technik Arbeiten bringen noch besser Ergebnisse wie die alten konventionellen Lampen. Zu empfehlende Geräte lassen sich auch während der Behandlung individuell einstellen oder auch pausieren, sind klein und flexibel und mit einem mehrfarbigen Touchscreendisplay ausgestattet (z.B. von der Firma Medlight oder Bifrontera). Auch weniger penetrierende und daher besser verträgliche Varianten sind mit blauen und grünen LED Lampen verfügbar, wenn auch mit noch nicht so guter Studienlage wie für das Rotlicht. Eine interessante wenn auch nicht standardisiert durchführbare und dadurch nicht besonders erfolgsversprechende Variante ist die Tageslicht PDT bei der während eines Spazierganges das natürliche Sonnenlicht den zuvor appliziertem Photosensibilisator aktiviert.

Neurodermitis

… auch das Thema Neurodermitis wurde selbstverständlich wieder besprochen. Ein Ansatz, die sogenannte “proaktive Therapie” wurde besonders hervorgehoben. Hier wird postuliert, dass eine zwei mal wöchentliche Therapie mit einem Calcineurininhibitor oder einem topischen Kortikoid eine prophylaktischen Effekt hat und einem erneuten Schub der Neurodermitis entgegenwirken kann, da auch bei nicht betroffener Haut ein unterschwelliger Entzündungsprozess nachweisbar ist. Versuche wiederum die Neurodermitis mit den für die Psoriasis entwickelten Biologikas haben leider nicht die erwünschten Erfolge erzielen können. Jedoch sind im Moment speziell für die Neurodermitis entwickelte Biologikas in klinischen Studien vielversprechend, so z.B. Dupilumab.

Metallimplantat Allergie

… ein weiteres interessantes Thema war das Problem der Metallimplantat Allergien, aber nicht nur bei Osteosynthesematerialien und Endoprothesen, sondern z.B. auch bei Stents nach kardinalen Eingriffen, aber auch bei Herzklappen oder Schrittmachern und Zahnmaterialien. So erhalten jährlich etwa 5% der Endoprothesenträger eine komplikationsbedingte Revisionsoperation, hiervon sind ca. 5% wieder auf allergische Gründe zurück zu führen. Typische Hautreaktionen sind hierbei lokale Ekzeme und Wundheilungsstörungen. Bei konkretem Verdacht ist hier eine Epicutantestung zu empfehlen.

Rosacea

… war, wie immer, ein immer aktuelles Thema war auch in diesem Jahr. Neben den bekannten und bewährten Topika Metronidazol 0,75% und Azelainsäure 15% gibt es nun auch eine interessante Therapiemöglichkeit v.a. bei der Rosacea erythematosa. Brimonidin (Mirvaso) ist ein seit Anfang des Jahres auch in Deutschland zugelassener Alpha-2-Adrenorezeptor-Antagonist welcher bei einmal täglicher Applikationen innerhalb von 30 min zu einer effektiven und ca. 8 - 10 Stunden anhaltenden Minderung der typischen diffusen Rosacearöte führt. Schwereren papulopustulösen Fällen bleibt auch weiterhin die systemische 40 mg Doxycyclintherapie (Oraycea) oder die Isotretiointherapie niedrigdosiert vorbehalten.

Laserbehandlung bei Onychomykose

… ist ein weiteres oft kontrovers diskutiertes Thema. Seit 2009 ist eine Therapie mittels einem Nd-YAG-Laser der Wellenlänge 1064 nm möglich. In über 600 Fällen sprechen die Autoren über mehrere Jahre hinweg von einer sehr erfolgreichen und risikofreien Therapie der Onychomykose. Wichtig wird hier als Kofaktoren für ein gutes Ergebnis angeführt, dass neben Geduld und Compliance während der mehrmonatigen Therapie kontinuierliche topische Antimykotika gegen eine drohende Reinfektion an jedem 2. Tag notwendig sind. Auch sollte vor einer Therapie ein Abtragen weißlicher Nagelanteile erfolgen.

Überschiessende Narben

… auch ein häufiges Problem mit welchem Patienten in die Praxis kommen. Hier ist es immer wichtig zwischen hypertrophen Narben und Keloiden zu unterscheiden. Hypertrophe Narben überschreiten im Gegensatz zu Keloiden nie die Grenze der ursprünglichen Verletzungswunde und wachsen nicht noch über Jahre weiter. Auch Spontankeloide können ohne erinnerliches Trauma entstehen. Klassische Therapien wie die externe Kryotherapie oder die streng intraläsionale Triamcinolonacetonidinjektion werden erweitert durch Therapien mit 5-Fluorouracil oder auch der sehr interessanten intraläsionalen Kryotherapie . Hierbei wird in lokaler Anästhesie eine spezielle dicke Hohlnadel durch das Keloid geführt in welcher es dann zu einem kontinuierlichen Stickstofffluss kommt, so dass das Keloid von innen abgekühlt wird. Innerhalb von 6 Monaten schrumpfen diese Keloide dann um bis zu 70% und Rezidive wie auch gefürchtete Pigmentstörungen treten sehr selten auf. Juckreiz und Schmerzen sind meist schon nach der ersten Woche weitestgehend verschwunden.

Ästhetische Medizin

… auch in diesem Bereich gab es auf dem Galderma Ästhetik-Tag interessante Einblicke in neue Techniken und Verbesserungen von bereits erprobten Verfahren. Lippenkontouring war eines der Themen bei welchen von der klassischen Behandlung mittels horizontalem Einbringen des Fillers auch die “micro dropping” Methode vorgestellt wurde. Hierbei werden durch kleinste Quaddeln mit Filler im Bereich der Oberlippe kleine Fältchen effektiv behandelt. Auch Evertieren der Lippen lässt sich mittels senkrechten Stegen auf der Innenseite der Lippen erreichen genauso wie mittels Botulinumtoxin im Bereich des Lippenrandes gequaddelt.

Vorgestellt wurden auch neue Skinbooster, welche über eine Dehnung der Fibroblasten und einer vermehrten Prokollagen I Synthese einen längerfristigen und aufbauenden Effekt haben, den man z.T. in seiner vollen Ausprägung erst nach 2 bis 3 Monaten sieht. Dies ist sinnvoll bei Aknenarben, aber auch zur Verjüngung der Handrücken oder des Décolletées. Hierbei sind in der Regel initial alle 4 Wochen insgesamt 3 Behandlungen sinnvoll sowie alle 6 Monate eine Auffrischung.

Die Augmentation des Mittelgesichtes lässt sich ebenfalls minimalinvasiv mit Fillern von einem Einstichpunkt aus in einem Radius von 90 Grad durchführen. Selbst die Kieferkontur und Ligamenteinziehungen lassen sich schön durch viele kleine Depots, die in die Areale eingespritzt werden, schnell korrigieren - der immediate Effekt ist für die Pat. ein sehr erfreuliches Ergebnis.

Weiteres lassen sich eher selten behandelte Areale wie die Schläfen oder eingefallene Stirnpartien erfolgreich behandeln, wenn dies auch etwas komplikationsanfälliger ist und daher viel Erfahrung des Behandlers erfordert, da dort sehr viele relevante Gefäße verlaufen.

Auch die sogenannte Marionettenfalte oder “german line” , wie sie zwischenzeitlich international nach Angela Merkel genannt wird, lässt sich zum einen durch eine Mobilisation und Ablösung der Mucosa vom Musculus depressor anguli oris schon reduzieren und dann noch vom Kinn aus unterspritzen. Zudem lassen sich die kleinen Querfältchen am Mundwinkel noch mittels “micro dropping” korrigieren was zu einem schnellen und schönen Ergebnis führt. Mit Botulinumtoxin lässt sich dann noch der Mundwinkel etwas nach oben ziehen und der Patient hat schon direkt ein freundlicheres Erscheinungsbild.




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