Regelmässige Schilddrüsen-Palpation kann Operationen vermeiden

Über 10.000 Hausarztpraxen nahmen allein letztes Jahr an der Aktion der Schilddrüseninitiative Papillon teil und trugen mit Hilfe der Palpation, einem Screening-Verfahren, dazu bei durch Früherkennung und Frühbehandlung die Anzahl von Schilddrüsenoperationen entscheidend senken. Denn mit ca. 110.000 Schilddrüsenoperationen im Jahr liegt die Rate der Eingriffe in Deutschland sechs bis acht Mal höher als in anderen europäischen Ländern. Die Jodmangelstruma ist laut dem Würzburger Professor Christoph Reiners die bei weitem häufigste Schilddrüsenerkrankung. Von den anlässlich der Aktionswoche 2006 untersuchten Patienten litten 37,6 Prozent der Frauen und 40,3 Prozent der Männer daran.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Jodmangel-bedingte Struma diffusa und/oder nodosa. Die konsequente Applikation von Jod in Kombination mit L-Thyroxin verkleinert die Schilddrüse fast immer auf die normale Größe und beugt möglichen Komplikationen vor.Vor allem die noch immer viel zu selten durchgeführte Palpation, aber auch der Schlucktest können hier Abhilfe schaffen. Schilddrüsenknoten ab einem Durchmesser von 1 cm,für die die wissenschaftlichen Fachgesellschaften eine weitere Abklärung empfehlen, lassen sich damit erkennen. Da aber immer noch zur Diagnosestellung weit häufiger nur die Laborwerte (z. B. der TSH-Wert ) herangezogen werden, wird bei vielen Patienten eine pathologische Schilddrüsenmorphologie übersehen.

Kombi gegen den Kropf: Jod plus L-Thyroxin

Für die Behandlung der Struma gibt es medikamentöse Behandlungsverfahren mit Jod, dem Schilddrüsenhormon L-Thyroxin oder der Kombination von beiden, unterstrich Prof. Rainer Hehrmann, Stuttgart. Diese Therapie ist umso wirksamer, je jünger der Patient ist und wenn noch kein knotiger Umbau stattgefunden hat. Die Therapie sollte sonograpisch kontrolliert werden. Parallel dazu sollte zur Überprüfung der Funktion der Schilddrüse der TSH-Wert bestimmt werden.

Information zur Schilddrüse im Netz

Betroffene Patienten können sich heute auf verschiedene Weise über ihre Schilddrüsekrankheit informieren, sei es über laienverständliche Bücher oder über Internetdienste, die aber große Unterschiede in der Qualität aufweisen. Manche Homepage der einen oder anderen Selbsthilfegruppe ist eher verwirrend oder gar irreführend. Qualitativ hochwertige Informationen werden zur Verfügung gestellt z. B. vom Forum Schilddrüse, das für praktisch alle Schilddrüsenerkrankungen laienverständliche Broschüren zur Verfügung stellt und in sog. Newsletters über aktuelle Schilddrüseprobleme informiert.

Um die besonderen Belange der Jodversorgung und die Strumaprophylaxe und -therapie kümmert sich der Arbeitskreis Jodmangel, der ebenfalls zahlreiche Broschüren und Informationen anbietet.

Für Ärzte gibt es einen geschlossenen und gebührenpflichtigen Informationsdienst , in dem auch gezielte Fragen von Ärzten an ein Expertenteam gestellt werden können.




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