Verstopfung: Man spricht nicht gern darüber

Auf der einen Seite reden Betroffene ungern über ein Körperleiden; man rennt von Apotheke zu Apotheke, wenn alte Hausmittel nichts mehr nützen. Andererseits gibt es hervorragende Therapien, über deren Bezahlung aber die Kassen in vielen Fällen nur ungern mit sich reden lassen: Verstopfung, genannt Obstipation, „eine Volkskrankheit“, wie sich die zwei Hamburger Wissenschaftler Viola Andresen und Peter Layer und der Mannheimer Heiner Krammer auf einem Symposium in der Hansestadt ausdrückten. Die Zuhörer dieser Veranstaltung spürten wiederholt, wie Spezialisten auch zu originellen Redewendungen greifen können, wenn der menschliche Organismus und dessen Konditionen im Unterleib behandelt werden.

Dass es um ein Tabu-Thema geht, das nicht nur der Kranke und die Kasse bewegt und erregt, zeigt das Verhalten eines angekündigten „Patientenbeispiels“. Eine knapp 60-jährige Zahnärztin, „die seit Jahren an chronischer Verstopfung leidet“, hatte zugesagt, auf dem Symposium zu erscheinen und Rede und Antwort zu stehen. „Ein typischer Fall“, sagte Frau Dr. Viola Andresen, „mit Bluthochdruck, zwei Kindern, Krampfadern und sonstiger Gesundheit“. Doch die Zahnärztin hinterließ auf besagtem Termin eine Lücke. Sie zog es vor, nicht in Erscheinung zu treten. So sei es nun einmal, wenn es um das einschlägige Thema geht!

„Mit einer Prävalenz von fünf bis 15 Prozent zählen chronische Obstipationsbeschwerden zu den häufigsten Gesundheitsstörungen in Deutschland“, konstatierte zu Beginn des Symposiums Professor Heiner Krammer vom End- und Dickdarmzentrum Mannheim. Diese Prävalenz, so fuhr er fort, „nimmt mit dem Alter zu, und Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer“. Studien zeigten, „dass die Betroffenen dabei unter einer Vielzahl von belästigenden Symptomen leiden und sie dadurch in ihrer Lebensqualität, zum Teil deutlich, beeinträchtigt sind.“

Professor Peter Layer gliederte seinen Vortrag („Arzneimitteltherapie nach einem Stufenschema“) in fünf Behandlungsschritte auf, die dem Patienten Hoffnung, der Kasse aber nach Layers Darstellung in einer bestimmten Phase Schmerzen bereiteten. Die Schritte im einzelnen:

  1. Allgemeinmaßnahmen sind bei milderen Formen effektiv. Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, Steigerung der Zufuhr von Ballaststoffen und körperliche Aktivität.
  2. Konventionelle Laxantien sind ein nächster Schritt zur Behebung des Übels.
  3. Prokinetika vom Typ der 5-HT4-Agonisten. Sie stellen nach Darstellung des Referenten „eine exzellente Therapieoption bei Patienten dar, bei denen Laxantien nicht oder nur unzureichend effektiv sind oder schlecht vertragen werden“. Professor Layen erklärte weiter, diese Prokinetika korrigierten direkt die gestörte Darmmotilität. „Verfügbar ist als einzige Substanz das Prucaloprid, das für die chronische Obstipation bei Laxantien-refraktären Frauen zugelassen ist. In der Mehrzahl der Fälle wird eine erhebliche Verbesserung von Stuhlfrequenz und Symptomen der Obstipation erreicht.“ Schließlich die Feststellung: „Aufgrund der extrem hohen Selektivität für den 5-HT4-Rezeptor besteht eine hohe Sicherheit vor Nebenwirkungen.“
  4. Zu weiteren Maßnahmen zählen „regelmäßige Einläufe oder Lavagen“.
  5. Interventionelle Therapien wie chirurgische Verfahren. Sie sind nur bei schwersten und therapierefraktären Manifestationen und vor allem umfassend funktionsdiagnostisch untersuchten Patienten zu erwägen.

Den Teilnehmern des Symposiums wurde abschließend eine Broschüre ( Hilfe für eine geregelte Verdauung ) ausgehändigt. Darin die Quintessenz: „Dass sich die Behandlung mit Prokinetika in einer verbesserten Darmpassage und weniger Problemen bei der Stuhlentleerung niederschlägt, haben klinische Studien bewiesen.“

Adresse des Herausgebers: Shire Deutschland GmbH, Friedrichstraße 149, 10 117 Berlin. Telefon: 0049(0) 30 206 5820; Fax: 0049(0) 30 206 582 100.




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