Virusinfektion der Leber

Für Menschen mit der infektiösen Leberentzündung Hepatitis C haben sich die Heilungschancen deutlich verbessert. Neue direkt antiviral wirksame Wirkstoffe können in Kombination mit den bisherigen Medikamenten über 70 Prozent der Patienten heilen. Dies gilt für jene, die am Virus vom Genotyp HCV 1 erkrankt sind. Dies ist in Deutschland mit 60 Prozent die häufigste Hepatitis C-Form. Bei der Hepatitis B, die durch ein anderes Virus verursacht wird, müssen die Erkrankten häufig lebenslang Medikamente einnehmen, um die Krankheit zu unterdrücken

Neue Wirkstoffe heilen mehr Patienten mit Hepatitis C

Der Durchbruch in der Behandlung von Hepatitis C gelang mit der Zulassung zweier neuer Medikamente: Während die bisher verfügbaren Wirkstoffe Interferon-alfa und Ribavirin ungerichtet gegen Hepatitis C-Viren wirken, können die beiden neuen direkt antiviral wirksamen Medikamente Boceprevir und Telaprevir die Bildung neuer Viren in der Leber stoppen. Die letztes Jahr in Deutschland zugelassenen Substanzen sind hochwirksam – auch bei Patienten, bei denen eine Behandlung bislang erfolglos war. „Durch deren kombinierten Einsatz mit Interferon-alfa und Ribavirin können über 70 Prozent aller nicht vorbehandelten Patienten mit einer chronischen HCV-Infektion mit Genotyp HCV 1 geheilt werden“, sagt Professor Dr. med. Ansgar Lohse, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Behandlung müsse allerdings mindestens ein halbes, manchmal auch ein ganzes Jahr erfolgen und beeinträchtige durch mehrere Nebenwirkungen.

Schätzungsweise eine halbe Million Menschen sind in Deutschland mit dem Hepatitis C-Virus infiziert – viele ohne es zu wissen. Denn die Infektion verursacht oft über Jahrzehnte keine Beschwerden, bis am Ende die Leber schwer geschädigt ist. „Jeder Dritte der jahrelang Infizierten entwickelt eine Leberzirrhose, die auch mit einem deutlich erhöhten Risiko einhergeht, einen Leberkrebs zu entwickeln“, erläutert Professor Dr. med. Stefan Zeuzem vom Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Bis in die 1980er Jahre war die Virushepatitis C nicht behandelbar. Erst mit dem Einsatz von Interferonen konnten Ärzte einzelne Patienten erfolgreich therapieren. Die Wirksamkeit war jedoch begrenzt. Mit dem kombinierten Einsatz der Wirkstoffe Interferon-alfa und Ribavirin, einem unspezifischen Virusblocker, erreichten nur etwa 50 Prozent der mit Genotyp 1 infizierten Patienten eine Heilung.

Von einer Heilung gehen die Mediziner aus, wenn ein halbes Jahr nach dem Ende der Behandlung keine Viren mehr im Blut nachweisbar sind. Für den Patienten bedeute dies, dass die Lebererkrankung in der Regel nicht weiter fortschreitet, erklärt Professor Lohse: „Bei vielen Patienten kommt es sogar zu einer Rückbildung der Vernarbung der Leber.“

Boceprevir und Telaprevir sind nach Einschätzung der Experten nur der Anfang. Eine Reihe weiterer, in Tablettenform zu verabreichender Virusblocker sind zurzeit in der klinischen Entwicklung. „Auch wenn anzunehmen ist, dass nur einige der verschiedenen neuen Substanzen eine Marktzulassung erreichen werden, so ist zu erwarten, dass die Therapie weiter verbessert wird: Kürzere Therapiezeiten, weniger Tabletten pro Tag und höhere Heilungsraten sind absehbar“, ergänzt Professor Lohse. Um möglichst frühzeitig Leberschäden vermeiden zu können, fordert der Experte, dass Leberwerte in Screening-Untersuchungen mit aufgenommen werden und dass in Risikogruppen auf Hepatitis Viren getestet wird. Denn die Mehrzahl der Infizierten seien bisher nicht erkannt.

Weitere Informationen : www.viszeralmedizin.com




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