Wirkstoff Clotrimazol - tut den Füssen gut

Durch Pilze hervorgerufene Infektionskrankheiten werden medizinisch Mykosen genannt. Wird die Haut oder Schleimhaut befallen, spricht man auch von Dermatomykosen. Ursache sind verschiedene Pilze, die über Hautschüppchen infizierter Personen übertragen werden. Im Frühjahr und Sommer droht besondere Gefahr, sich mit Pilzerkrankungen zu infi zieren. Denn Pilze mögen es feucht und warm.

Dabei lauert die Gefahr der Ansteckung an vielen Orten. Das gilt besonders für den Fußpilz, der eine der häufi gsten Infektionen ist. Pilzinfektionen machen rund die Hälfte aller Fußprobleme aus! Durch barfuss laufen in Schwimmbädern, Saunaanlagen und in Hotelzimmern kann eine Ansteckung erfolgen. Nicht nur Brennen und Jucken, vor allem zwischen den Zehen, sind unangenehm, der Fußpilz birgt auch die Gefahr, andere Körperstellen zu befallen. Sind erstmal die Fußnägel betroffen, können sie im schlimmsten Fall sogar ganz zerstört werden.

Ein bewährter Arzneistoff gegen Hautpilzinfektionen ist das bereits Ende der 60er Jahre in Deutschland entwickelte Clotrimazol. Es zeichnet sich durch ein breites Wirkungsspektrum (sog. Breitspektrum-Antimykotikum) aus. Clotrimazol wird zur Behandlung von Mykosen der Haut, verursacht durch Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilzen eingesetzt. Der Wirkungs-mechanismus beruht auf einer Hemmung der Synthese von Bestandteilen der Pilzzellmembran, wodurch es zu Störungen des Aufbaus der Zellmembran, Permeabilitätsstörungen (Durchlässigkeit) der Zellwand und zur Zellaufl ösung kommt. Pilzinfektionen sind nicht nur lästig, sie sollten auch wegen der Verschleppung in andere Körperregionen und der Ansteckungsgefahr so früh wie möglich behandelt werden. Die Beschwerden gehen nach Anwendung von Clotrimazol schnell zurück. In manchen Fällen kann die Behandlung allerdings zwei bis drei Wochen dauern.

Clotrimazol ist als Generikum von verschiedenen Herstellern in Form von Tinkturen, Salben, Sprays, Cremes und Puder erhältlich. Obwohl der Wirkstoff verschreibungsfrei ist und deshalb in der Regel im Rahmen der Selbst-medikation in der Apotheke gekauft wird, wurde er aufgrund seiner guten Wirksamkeit pro Jahr zusätzlich etwa 1,2 Million Mal von deutschen Ärzten verordnet. Das entspricht rund 6,4 Millionen so genannter Tagesdosen. In 96,7 Prozentder Fälle entschieden sich die Ärzte für preiswerte Generika.




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