Zecken - das verkannt Problem

„Zecken sind heute kein Problem mehr, es gibt doch eine Impfung“. Diesen Satz hört man jetzt sehr häufig in Arztpraxen, an Stammtischen und in Kindergärten. Richtig ist, dass es eine Impfung gibt, die eine bestimmte Form der durch Zecken übertragenen Hirnhautentzündung (Frühsommermeningoenzephalitis, kurz FSME) verhindern kann. Falsch ist aber, dass diese Impfung vor den wirklichen Gefahren durch Zecken schützt.

In den deutschen Zecken-Risikogebieten tragen zirka 0,1 bis 5 Prozent der kleinen Spinnentiere das FSME-Virus in sich – vor allem in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, daneben auch in Südhessen und einzelne Landkreise in Rheinland-Pfalz und Thüringen. Aber laut dem Robert Koch-Institut tragen zehn bis 35 Prozent der Zecken Borrelien und damit wirklich bösartige Krankheitserreger in sich.

Die Lyme-Borreliose, die durch einen Zeckenstich übertragen werden kann, ist eine sehr tückische Erkrankung, da die Symptome sehr schleichend sind und oft auch erst nach Monaten oder Jahren auftreten. Heftige Gelenkschmerzen werden dann häufig als rheumatisches Leiden diagnostiziert und über Jahre falsch behandelt. Oder Depressionen und Angstzustände werden als psychische Leiden klassifiziert, obwohl sie durch die Lyme-Borreliose ausgelöst werden.

Mediziner empfehlen daher nach einem Zeckenstich, bei dem sich um den Stich herum ein roter Kreis bildet, ganz dringend eine sofortige und langfristige Kur mit einem Antibiotikum. Heute ein eher schlechter Rat, denn die Antibiotika-Kur hat schwerste Nebenwirkungen und ist in mehr als 90 Prozent aller Fälle unnötig. Man sollte daher nach einem Zeckenstich gesichert abklären lassen, ob überhaupt eine Infektion stattgefunden hat. Bislang war das unmöglich. Doch seit einigen Monaten gibt es einen neuen Blut-Test mit dem Namen „SpiroFind“, der schon 8 Tage nach einem Zeckenbiss gesicherte Informationen liefert und zweifelsfrei anzeigt, ob eine Antibiotika-Kur überhaupt notwendig ist. Der Test ist sinnvoll nach jedem Zeckenstich. Der Test ist aber auch bei einer bereits chronisch gewordenen Lyme-Borreliose sowie nach einer erfolgten Antibiotika-Therapie angezeigt, um den Erfolg abzuklären.

„SpiroFind“ bietet Sicherheit allein durch die Laborwerte und stellt daher eine wesentl iche Optimierung bei der Diagnose der Borreliose dar. Das Set für den Test, der bislang leider noch nicht von den Kassen erstattet wird und um die 200,- Euro kostet , bietet die Boulder Diagnostic in Mellrichstadt an.




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