Beifußblättriges Traubenkraut: Allergie-Auslöser

Das auch als “Wilder Hanf” bekannte Unkraut wächst zahlreich in unseren Breiten an Weg- und Straßenrändern und wird gemeinhin als Unkraut bezeichnet. Nun fand man heraus, dass Pollen des Beifußblättrigen Traubenkrauts (Ambrosia artemisiifolia) gesteigerte Allergenmengen aufweisen, vor allem dann, wenn die Pflanze Stickstoffdioxid-haltigen Abgasen ausgesetzt wird

  • Beifußblättrige Traubenkraut Foto: Brunga CC BY-SA 3.0
  • Beifußblättrige Traubenkraut – Foto: Stefan.lefnaer CC BY-SA 4.0

Zusammen mit der Abteilung für Proteinanalytik und dem Lehrstuhl für Umweltmedizin der TU München sowie dem Forschungsverbund UNIKA-T und dem Christine Kühne – Center for Allergy Research and Education aus der Schweiz untersuchten Forscher des Instituts für Biochemische Pflanzenpathologie (BIOP), wie sich Stickoxide auf die Pollen der Pflanze auswirken. Konkret begasten sie die Pflanzen mit verschiedenen Mengen von NO2, was beispielsweise bei der Verbrennung von Treibstoff entsteht. „Unsere Daten zeigten, dass der durch NO2 verursachte Stress auf die Pflanze die Protein-Zusammensetzung der Pollen verändert“, so Erstautor Dr. Feng Zhao. „Verschiedene Formen des bekannten Allergens Amb a 1 waren deutlich erhöht.“ Zudem beobachteten die Wissenschaftler, dass die Pollen von NO2 behandelten Pflanzen deutlich stärker an spezifische IgE-Antikörper* von Ambrosia-Allergikern banden. Dies ist oft der Beginn einer allergischen Reaktion beim Menschen.

Bisher unbekanntes Allergen bei Ambrosia

Und noch etwas fiel bei den Pollen begaster Pflanzen auf: Bei ihren Untersuchungen entdeckten die Pflanzenforscher ein Protein, was speziell bei erhöhten NO2–Werten auftrat. Dieses war bis dato als Ambrosia Allergen unbekannt und habe starke Ähnlichkeit mit einem Protein aus Gummibäumen, schreiben die Wissenschaftler. Dort sei es zuvor als Allergen beschrieben worden, und auch in Schimmelpilzen und weiteren Pflanzen sei diese Wirkung bekannt. Weitere Experimente dazu sind derzeit in Planung.

Stress macht Pollen aggressiv

„Letztlich ist damit zu rechnen, dass die ohnehin schon aggressiven Ambrosia Pollen durch die Luftverschmutzung in Zukunft noch allergener werden“ fasst Studienleiterin Dr. Ulrike Frank die Ergebnisse zusammen. Sie und ihr Team vom BIOP forschen schon seit längerem an der Pflanze, die vor Jahren vermutlich über Vogelfutter nach Europa kam und sich dort nun auch bedingt durch den Klimawandel stark ausbreitet. Ihre Pollen sind sehr aggressiv und bilden in Amerika bereits jetzt die Hauptursache für Heuschnupfen und Allergien. Da Ambrosia erst im Spätsommer blüht, verlängert sie zudem die „Saison“ für Allergiker. „Nachdem bereits gezeigt wurde, dass an Autobahnen wachsende Ambrosia deutlich allergener ist als ihre Verwandten abseits der Straße, konnten wir nun einen Grund dafür liefern“, ordnet Ulrike Frank die Ergebnisse ein. „Da in der Natur und an Straßen hunderte Parameter eine Rolle spielen könnten, war die Lage bisher nicht eindeutig.“ Künftig wollen die Helmholtz-Wissenschaftler in Kooperation mit UNIKA-T und dem Christine Kühne – Center for Allergy Research and Education zeigen, dass die nur mit NO2-behandelten Pollen auch in vivo stärkere Reaktionen hervorrufen.




Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
News

Klug durch Fasten!

Gehirn - wird klug durch Fasten Gehirn - wird klug durch Fasten - …

Auch wenn man es nicht glauben mag, ist es die Wahrheit: Drei Faktoren steigern evolutionär bedingt die Leistungsfähigkeit des Gehirns: körperliche …

gesünder unter 7
Gewinnspiele

IRIS™ Augenmassagegerät für SIE und IHN!

IRIS™ Massagegerät IRIS™ Massagegerät - ©FOREO

Gewinnen Sie ein IRIS™ Augenmassagegerät für Sie und Ihn im Wert von 139,00 €. Befreien Sie sich von Tränensäcken und …

Videos

Omega-3: Wundermittel oder Geschäftemacherei?

©Bayerischer Rundfunk

Von Omega-3-Fettsäuren werden uns in Werbeanzeigen wahre Wunder versprochen. Was ist dran an den Lobeshymnen? Und was tun, wenn man keinen Fisch mag, in dem die begehrten Fettsäuren stecken?

Bücher

Gesund beginnt im Mund

Warum Zähneknirschen zu Rückenschmerzen führt und Lachen den Blutdruck reguliert

Autor: Dr. med. dent. Hubertus von Treuenfels
Preis: EUR 18.00