Cimicifuga gegen Wechseljahresbeschwerden

Wechseljahre - nein danke hiess über lange Jahre hinweg die Devise der betroffenen Frauen und der behandelnden Frauenärzte. Doch die lange Zeit zur Behandlung eingesetzten Hormon-Ersatzpräparate sind in Verruf geraten, nach dem sich in Studien ernstzunehmende Nebenwirkungen herausgestellt hatten. Als Therapiealternative bieten sich seitdem gut erforschte Extrakte der Traubensilberkerze ( Cimicifuga racemosa) an. Wie eine Studie zur Langzeiteinnahme eines standardisierten Cimicifuga-Extraktes (CR BNO 1055) kürzlich gezeigt hat, ist diese Therapie wirksam, ohne unerwünschte Folgen für die Gebärmutter.

An der prospektiven Multicenterstudie eines internationalen Expertenteams um Dr. med. Karel Raus von der Karls-Universität Prag waren 400 Frauen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren aus 44 frauenärztlichen Praxen in Tschechien und Polen beteiligt. Aufbau und Durchführung der Studie erfolgten nach den Leitlinien der „International Conference on Harmonization - Good Clinical Practice” (ICH-GCP) und wurden zuvor von neun Ethikkommissionen in beiden Ländern ge­nehmigt. Die Langzeitstudie erstreckte sich über einen Zeitraum von 52 Wochen. Zu Beginn der Studie und beim letzten der insgesamt sieben Untersuchungs-termine wurden Gewebeproben der Gebärmutterschleimhaut entnommen und von jeweils zwei unabhängigen Pathologen untersucht.

Dabei zeigte sich

  • dass der Cimicifuga-Extrakt während der einjährigen Behandlung nicht zu einer Wucherung (Endometriumhyperplasie) oder zu anderen auffälligen Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut führt
  • keine nennenswerten Veränderungen hinsichtlich Blutdruck, Kreislauf, Hormonspiegel oder Brustgewebe registriert wurden
  • auch die Leberwerte aller Patientinnen unverändert blieben. Es gab keine Anhaltspunkte für nachteilige Auswirkungen der Behandlung auf die Leber
  • die Intensität aller klimakterischen Beschwerden - sie wurde mit dem international gebräuchlichen Test „Menopause Rating Scale Ii” (MRS II) gemessen - im Verlauf der 52 Wochen um insgesamt etwa 50 Prozent abgenommen hat die Hitzewallungen sogar um 80,7 Prozent seltener auftraten als vorher.

Cimicifuga scheint auch die Knochenfestigkeit positiv zu beeinflussen. Für genauere Aussagen seien jedoch noch weitere Untersuchungen nötig, meinen Dr. Karel Raus und sein Forscherteam. Die Studie ist in Menopause, Vol. 13, No.4, pp.678-691 nachzulesen.




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