Pille und Johanniskraut - ein Problem?

Viele von den rund 6,6 Millionen deutschen Frauen, welche die Anti-Baby- Pille nehmen, stoßen in den Beipackzetteln auf den Hinweis, dass Johanniskraut-Präparate (Hypericum perforatum) die Schutzwirkung der Pille herabsetzen können. Dieser Frage sind in letzter Zeit mehrere Forschungsgruppen nachgegangen

Johanniskraut gehört zu den am besten erforschten Heilpflanzen. Seine Extrakte haben sich in vielen Studien als sichere und effektive Antidepressiva erwiesen. Durch diese Forschung sind allerdings auch einige Wechselwirkungen entdeckt worden. So erhöhen Johanniskrautextrakte z.B. die Aktivität des Leberenzyms Zytochrom P450 , was die Ausscheidung bestimmter Medikamente beschleunigen kann.

Wie es sich auf hormonelle Kontrazeptiva auswirkt, haben gleich mehrere Studien geprüft. In einer Studie im Auftrag der amerikanischen fArzneimittelbehörde FDA durchgeführen Studie zeigte sich zwar bei gleichzeitiger Einnahme von Johanniskraut und einer niedrig dosierten Antibaby-Pille eine höhere Rate an Zwischenblutungen. Der Hormonspiegel wurde jedoch nicht beeinflusst , es fand daher auch keine Beeinträchtigung der Schwangerschaft verhütenden Wirkung statt. (Hall et al., Clin Pharmacol Ther 2003).

Am Universitätsspital in Basel untersuchte man die Wirkung bei 18 gesunden Frauen bei gleichzeitiger Einnahme des Johanniskraut-Extrakts LI160 und eines Kontrazeptivums mit 0,02 mg Ethinyloestradiol und 0,150 mg Desogestrel. Auch hier registrierte man eine erhöhte Zahl von Zwischenblutungen , die Hormonspiegel blieben aber auch hier unverändert. Im Ultraschall konnte bei keiner der Probandinnen ein Eisprung festgestellt werden (Pfrundner A. et al, B .J Clin Pharmacol 2003).

In Berlin überprüfte mab den Einfluss des Johanniskraut-Extrakts Ze117 auf den Abbau der Hormone eines niedrig dosierten Pillenpräparats bei 16 Frauen, und fand eine geringfügige Abnahme der Bioverfügbarkeit der im Pillenpräparat enthaltenen Hormone. Diese war jedoch so gering, dass sich an der hormonellen Wirksamkeit nichts änderte. Die Serumspiegel der Sexualhormone LH, SSH und SHBG zeigten, dass die Verhütungssicherheit zu jedem Zeitpunkt gegeben war. Zwischenblutungen, wie sie in den anderen Studien aufgetreten waren, wurden in dieser Studie nicht registriert (Will-Shahab L. et al. Eur. J. Clin. Pharmacol. 2009).

Und somit kann behauptet werden: Ein Versagen der Pille aufgrund der Einnahme von Johanniskraut fand sich in keiner der Studien. Man kann diese Behauptung also getrost ins Reich der Märchen verweisen.

Weitere Infos zu Johanniskraut findet man auch unter: www.neuroplant.de




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