Im Kampf gegen Schlaganfall und Venenthrombose

Mit viel Geld, noch mehr Fleiß und vielleicht ein bißchen Glück gelang der Bayer-Forschung mit dem Mediziner Dr. Frank Misselwitz an der Spitze das, worauf die Ärzte seit langem warten: Xarelto (Rivaroxaban) für die Schlaganfallprophylaxe bei nichtvalvulärem Vorhofflimmern sowie für die Akutbehandlung tiefer Venenthrombosen und die Sekundärprophylaxe venöser Thrombo-Embolien. Stolz verkündete das bereits höchst ausgezeichnete Wissenschaftsteam von Bayer bei der ersten Präsentation nach der Zulassung: „Damit ist der direkte orale Faktor-Xa-Inhibitor in Deutschland das einzige moderne Antithrombotikum mit Zulassung für drei große Indikationsgebiete.“ Das bedeutet ganz konkret auch: Tablette statt Spritze. Mehrmals hörte man deswegen auch das Wort: „Alle Spritzen fallen weg.“

„Lassen Sie sich überraschen“, hieß es im Einladungsschreiben von Dr. Herbert Schäfer von der Unternehmenskommunikation Bayer. Und er übertrieb nicht. Flott aufgezogen nach Art einer Fernseh-Talkshow mit der photogenen und eloquenten Moderatorin sprachen in Köln die als Fachmänner ausgewiesenen Ärzte Dr. Rupert Bauersachs (Medinzinische Klinik IV für Angiologie, Klinikum Darmstadt), Dr. Knut Kröger (Klinikum Krefeld), Dr. Erland Erdmann (Universität Köln) und Dr. Thomas Schramm (Medizinische Klinik II, Krankenhaus Köln Merheim) mit einem Patienten, zahlreichen Fachjournalisten aus ganz Deutschland und natürlich auch mit Topforscher Misselwitz. Die übereinstimmenden Aussagen auf dem Podium über das Präparat lauteten: Wirksam, verträglich und einfach.

Überglücklich betrat der mittlerweile geheilte Venen-Patient Frank D. nach einer kurzen Analyse des Forschungsproblems die Bühne. „Ein Zwicken in der Wade“, so teilte er mit, war das erste Anzeichen. Sie wurde immer dicker, die Schmerzen nahmen zu, fuhr er fort. „Die Thrombose in den Beinen ist am häufigsten“, erklärte dazu Professor Kröger, der Auslöser sei nach wie vor unklar. Vielleicht grippaler Effekt, vielleicht langes Sitzen. So viel stehe aber fest: „Viele Thrombosen hinterlassen bleibende Schäden.“ Die Krankheit werde unterschätzt, jetzt habe man endlich ein neues Mittel, eine neue Hoffnung.

„Ein besseres Medikament in vielerlei Hinsicht“, konstatierte Erdmann, seit 1993 Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin der Kölner Universität. Seine deprimierende Aussage: „Wer einmal einen Schlaganfall hat, bekommt ihn ein zweites mal.“ Kollege Schramm ergänzte zum neuen Präparat: „Ein spannendes Produkt.“ Doch: „Wenn man die Tablette nicht nimmt, fällt der Schutz weg.“ Als Fazit teilte Professor Bauersachs mit: „Ein Riesenfortschritt.“ In zwei Studienprogrammen habe sich das Medikament „als gut verträglich erwiesen“.




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