Inkontinenz: Senioren benötigen mehr Windeln als Kleinkinder

Inkontinenz im Alter wird weitaus bekanntere Krankheitsbilder wie Herzschwäche, Diabetes oder Depression überholen. Während diese so genannten Volkskrankheiten zunehmend im Fokus des öffentlichen Interesses stehen, wird über Inkontinenz noch immer geschwiegen. „Denn Inkontinenz ist keine „In-Krankheit”. Dabei werden in Deutschland bereits heute mehr Windeln von Rentnern verbraucht, als von kleinen Kindern”, berichtete Professor Dr. Fred Fändrich, Ständiger Vertreter des Direktors der Klinik für Allgemeine Chirurgie und Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Professor Dr. Alexander Strauss, stellvertretender Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Kieler Universitätsklinik führt diese Entwicklung gerade bei Frauen auf mangelnde Aufklärung über Behandlungsmöglichkeiten und verfügbare Hilfsmittel zurück. Nach seiner Erfahrung kann es mehr als fünf Jahre dauern, bis sich eine Patientin dem Arzt anvertraut. „Und viele wollen dann lediglich wissen, was mit ihnen los ist. Einer konservativen, aber insbesondere einer invasiven Therapie stehen sie zunächst skeptisch gegenüber”, führte der Kieler Gynäkologe weiter aus. Viele Patientinnen versuchten, alleine mit ihren Beschwerden zurecht zu kommen.

„Die am häufigsten verwendete Inkontinenzvorlage ist leider immer noch das Toilettenpapier”, weiß Professor Jünemann aus der Praxis. Bis die Patienten einen Behandler finden, der spezielles Fachwissen auf dem Gebiet der Inkontinenztherapie hat, könnten Jahre vergehen.

Herzstück der Arbeit der Deutschen Kontinenz Gesellschaft ist daher die interdisziplinäre Fortbildung der Ärzte, gleichzeitig aber auch die Aufklärung der Betroffenen.

Therapie der Überaktiven Blase mit Botulinumtoxin A

Die Injektion von Botulinumtoxin in den Blasenmuskel führt ebenso wie in der Kosmetik zu einer mittelfristig verminderten Kontraktilität des Muskels. Was in der Kosmetik Falten beseitigen soll, entspannt beim Patienten mit Inkontinenz die Blase - der erhöhte Druck auf den Blasenschließmuskel

sinkt und der Patient spürt wieder einen normalen Harndrang, der keine

Inkontinenzbeschwerden verursacht. Bevor diese minimal-invasive Therapiemethode zum Einsatz kommt, bleiben dem inkontinenten Patienten allerdings noch viele Möglichkeiten, seinen Beschwerden selbst entgegen zu wirken. So wurden in den Kongressbeiträgen die Chancen und Erfolge der

Physiotherapie, speziell des Beckenbodentrainings, immer wieder hervorgehoben. Wichtig ist hierbei, dass die Physiotherapeuten gut geschult sind und die Patienten unter Anleitung lernen, die Beckenbodenmuskulatur richtig anzuspannen.

Weitere Infos: www.kontinenz-gesellschaft.de




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