Multimodale Schmerztherapie

Chronische Schmerzen sind nicht dazu angetan, die Lebensqualität zu steigern. Denn fast immer haben die Betroffenen längst alle Möglichkeiten ausgereizt, um die Schmerzen zu beheben oder zu mindest zu lindern. In Bad Füssing wird Schmerzpatienten nun Hilfe geboten

Die 45jährige, seit Jahren unter chronischen Schmerzen leidende Patientin aus München hat endlich das Lachen wieder gefunden. Nach einem über Jahre dauernden Leidensweg vom Hausarzt über Orthopäde, Neurologe und Akupunkteur, von Untersuchungen mit MRT und CT, von unzähligen Rezepten schmerzlindernder Medikamente mit nicht selten reichlich Nebenwirkungen, konnte man ihr in der Johannesklinik endlich Linderung verschaffen.

Natürlich kann man auch hier nicht chronische Schmerzen auf Knopfdruck einfach weg zaubern. Doch man kann Patienten einen Teil ihrer durch fortgesetzte Schmerzen abhanden gekommenen Lebensqualität mit Hilfe der multimodalen Schmerztherapie zurückgeben.

Die in der Fachklinik Johannesbad in Bad Füssing unter Leitung von Chefarzt Dr.Michael Boese und dem leitenden Oberarzt Dr. Hans-Joachim Schmitt praktizierte, und als multimodal bezeichnete, Schmerztherapie richtet sich vor allem an Patienten, die seit mehr als einem halben Jahr an Schmerzen leiden und sich in einer Phase der akuten Verschlechterung befinden, in der die hausärztlichen, fachärztlichen orthopädisch-neurologischen sowie physiotherapeutischen Behandlungen keine ausreichende Unterstützung mehr darstellen. Betroffenen, wie der alten Dame, bietet man die speziell die Möglichkeit zur akut-stationären Einweisung durch ihren behandelnden Arzt bei „krisenhaftem Verlauf einer chronischen Schmerzerkrankung”.

Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Physio- und Trainingstherapeuten den begleiten den Patienten, tauschen sich untereinander in Teamsitzungen über den Forschritt beim Patienten aus und erreichen so das bestmögliche Vorgehen bei dessen Behandlung. Ziel ist dabei u. a. den chronischen Stress durch permanenten Schmerz zu lindern, das Schmerzgedächtnis zu hemmen, die persönlichen Fähigkeiten des einzelnen Patienten in der Schmerzbewältigung zu fördern, die Entspannungsfähigkeit zu erweitern, funktionelle Störungen zu lindern und die Alltagsleistungsfähigkeit zu steigern, sowie parallel dazu eine optimale Arzneimittelkombination zu erarbeiten.

Neue Wege im Umgang mit der Erkrankung

Da es sich in der Regel um bereits chronifzierte, d. h. dauerhafte Schmerzen handelt, besteht die Hauptaufgabe der Therapeuten darin, das Verständnis des Patienten für die Schmerzentstehung in Verbindung von körperlichen, psychischen und sozial bedingten Ursachen zu wecken. Denn nur wenn die Vorstellungskraft des Patienten für die Bedeutung der einzelnen Faktoren am individuellen Schmerzgeschehen gegeben ist, kann man im therapeutischen Ansatz auf einer breiteren Basis arbeiten. Dabei gilt es vor allem die Bereitschaft zur Verhaltensänderung beim Patienten zu wecken. Nach Abschluss der multimodalen Therapie kann davon ausgegangen werden, dass sich für die Patienten auf Grund erhöhter Einsicht in den Krankheitsprozess neue Wege im Umgang mit der Erkrankung sowie für die Behandlung eröffnen.

Eine weitere Besonderheit ist das die Psyche stabilisierende Bäderambiente, welches subdepressive Patienten in der Stimmungslage festigen kann. Auch die Nutzung der Schwefel-Thermal-Quelle im Rahmen von physiotherapeutischen Maßnahmen unterstützt die Erweiterung der Beweglichkeit, fördert die Ausdauerkräfte und erzielt eine muskuläre Stabilisation.

In der stationären Behandlung ist es durch tägliche Visiten und enge Anbindung an die Pflege gut möglich, auf Befindlichkeitsänderungen sowie krisenhafte Situationen zu reagieren und somit dem Patienten ein höchst mögliches Maß an Sicherheit zu vermitteln. Diese Maßnahme ist insbesondere in der Vertrauensbildung zwischen Arzt und Therapeut auf der einen Seite und dem Patienten auf der anderen Seite von außergewöhnlicher Bedeutung, da hiermit ein tieferer Zugang zum Patienten und seinem Krankheitserleben erreicht werden kann. Das sich hieraus gründende Verständnis seiner Erkrankung kann wiederum den Patienten in der weiteren ambulanten Nachbehandlung stützen und stabilisieren.

Unterscheidung akuter und chronischer

Schmerz:

Akute Schmerzen lassen sich fast immer auf eine aktuelle Schmerzursachezurückführen, die in aller Regel durch medizinische Diagnostik einwandfrei erhoben werden und der eine spezifische Behandlung folgen kann. Im Gegensatz dazu bestehen chronische Schmerzen über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten beziehungsweise mehr als einem halben Jahr.

Weitere Informationen: www.johannesbad.de




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