Nachtfahreignung rechtzeitig prüfen lassen!

Wenn beim Autofahren einem die Kontraste vor den Augen verschwimmen, ist es höchste Zeit seine Nachtfahreignungen überprüfen zu lassen. Denn eine mögliche Sehschwäche erschwert nicht nur, sondern gefährdet auch das Fahren in der Dunkelheit. Entsprechende Tests, von Augenärzten durchgeführt,geben mehr Klarheit über die Nachtfahreignung

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Nicht nur im Winterhalbjahr behindern schlechte Sichtverhältnisse, Regen und Nebel viele Autofahrer. Eine Sehschwäche erschwert dies zusätzlich, insbesondere bei Fahrten im Dunkeln. Studien zeigen, dass schlechte Sicht das Unfallrisiko bei Nacht deutlich erhöht. Bereits seit 2011schreibt die Fahrerlaubnisverordnung, egal ob für PKW- oder Bus-/Lkw-Fahrer deshalb die ärztlichen Prüfungen des Dämmerungs- oder Kontrastsehens und auch die der Blendempfindlichkeit vor. Neueste Tests geben mehr Klarheit über die Nachtfahreignung. Erreicht eine Testperson die Grenzwerte nicht, könnten Augenärzte den meisten Betroffenen helfen. Zunächst wird, etwa durch Brillen oder Medikamente, das Nachtsehen verbessert.

„Wer mit und ohne Blendung die stärkste Kontraststufe nicht erkennt, sollte nachts nicht fahren“, betont Professor Dr. Dr. med. Bernhard Lachenmayr , Vorsitzender der Verkehrskommission der DOG aus München. „Aber es gibt Grenzfälle: Zum Beispiel reagieren einige Menschen empfindlich auf Blendung, können aber Kontraste gut erkennen.“ Dann reiche bei Fahrern in den unteren Führerscheinklassen ein Vermerk im Gutachten, dass der Betroffene auf die Gefahr durch erhöhte Blendempfindlichkeit nachts oder bei Dämmerung hingewiesen wurde.

Anders sei es bei Berufskraftfahrern, so die DOG – vor allem jenen, die eine Erlaubnis zur Fahrgastbeförderung (EzF) haben oder Gefahrgut transportieren: „Wenn die Tests zeigen, dass diese Fahrer nicht nachtfahrgeeignet sind, birgt dies eine erhöhte Unfallgefahr“, gibt Professor Lachenmayr zu Bedenken. Dies gelte ebenfalls für Lkw-Fahrer, die häufig nachts lange Strecken unterwegs seien. Eingeschränktes Dämmerungssehen erhöhe das Risiko eines Nachtunfalls erheblich.

Zur Prüfung des Kontrastsehens erkannte die DOG bislang ausschließlich Verfahren an, die das Sehvermögen unter sogenannten mesopischen Lichtverhältnissen testen, also bei Dämmerlicht. Wissenschaftler um Professor Dr. med. Helmut Wilhelm von der Augenklinik der Universität Tübingen gingen in einer aktuellen Studie der Frage nach, ob auch photopische Tests geeignet sind. Diese erfassen Kontrastsehen unter Tageslichtbedingungen. Als Probanden dienten den Forschern Kataraktpatienten, also Menschen mit durch „grauen Star“ getrübten Augenlinsen, außerdem Berufspiloten und eine typische Personengruppe eines arbeitsmedizinischen Zentrums. Die Experten verglichen zwei in der Arbeitsmedizin erprobte photopische Verfahren mit einem mesopischen Test und einer Sehtesttafel.

„Die beiden photopischen Tests erwiesen sich für Reihenuntersuchungen als sehr gut geeignet“, erläutert Professor Wilhelm. Gehe es allerdings um die Nachtfahreignung, sei eine weitere Abklärung mit den von der DOG anerkannten Testgeräten sinnvoll, betont der Augenmediziner. Weitere Informationen biete die aktuelle Empfehlung der Verkehrskommission der DOG unter www.dog.org .

Quellen: Wilhelm, Helmut et al: „Untersuchung des Dämmerungs- und Kontrastsehens nach Fahrerlaubnisverordnung: Welche Grenzwerte, welche Verfahren sind geeignet?“, Klinisches Monatsblatt Augenheilkunde, Online-Veröffentlichung, DOI: 10.1055/s-0033-1351030

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