Nasenpolypen: Neue Antikörpertherapie hilft

Die Ursache für diese Erkrankung ist bis heute nicht geklärt, allerdings spielen bestimmte Bakterienprodukte wie Staphylokokken-Superantigene eine Rolle. Charakteristisch für den chronischen Schnupfen mit Nasenpolypen ist in mehr als 80 Prozent der Fälle eine Entzündung, bei der im Gewebe bestimmte weiße Blutkörperchen, die eosinophilen Leukozyten, nachweisbar sind.

Erste Erkenntnisse, die zu einer neuen Therapiemöglichkeit gegen Nasenpolypen führen, erlangte man im Universitätskrankenhaus Gent, Belgien bereits 1997: Die Forscher wiesen nach, dass der Botenstoff Interleukin-5 (IL-5) ein wichtiger Faktor für die Reifung und Aktivierung von eosinophilen Leukozyten ist. IL-5 spielt somit eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Erkrankung.

** Es lässt sich bei den betroffenen Patienten oftmals in hohen Konzentrationen im Gewebe nachweisen.**

Neuere Untersuchungen … ergaben jetzt, dass die Behandlung mit einem gegen IL-5 gerichteten Antikörper (Reslizumab) Nasenpolypen bessern können. „Bei mindestens der Hälfte der Patienten spielen IL-5 und Eosinophile eine Schlüsselrolle im Krankheitsgeschehen. Diese Patienten könnten zukünftig von einer Therapie mit dem Anti-IL-5-Antikörper Reslizumab profitieren”, hofft Prof. Dr. Bachert aus Gent.

Reslizumab kann Operationen verhindern

Im Rahmen der belgischen Plazebo-kontrollierten, doppelblinden Studie untersuchten Ärzte 24 Probanden mit Nasenpolypen. Je acht Patienten erhielten entweder den monoklonalen Anti-IL-5-Antikörper in zwei verschiedenen Dosierungen oder Plazebo, also ein Scheinmedikament. Die Antikörpertherapie war gut verträglich und führte zu deutlichen Änderungen im Krankheitsgeschehen: Die Konzentration des nasalen IL-5 reduzierte sich und bereits 12 Stunden nach der Injektion des Anti-IL-5-Antikörpers sank die Zahl der Eosinophilen im Blut. Bei der Hälfte der mit Anti-IL-5 behandelten Patienten - genau bei jenen, die zuvor hohe IL-5-Spiegel aufwiesen - verkleinerten sich die Nasenpolypen. Anhand des Botenstoffes IL-5 lässt sich somit vorhersagen, ob eine Therapie der Nasenpolypen mit dem Anti-IL-5-Antikörper Reslizumab möglich ist. „Bei chronischem Schnupfen mit Nasenpolypen sind hohe IL-5-Spiegel im Nasensekret ein Hinweis, dass die Behandlung mit dem Antikörper Reslizumab erfolgreich sein wird”, erläutert Professor Claus Bachert.

Kürzlich hat die gleiche Arbeitsgruppe eine weitere Studie mit wiederholten Injektionen von Anti-IL-5 bei Nasenpolypen abgeschlossen. Die positiven Ergebnisse der ersten Studie wurden dabei deutlich übertroffen: Die typischen Polypen bildeten sich bei einigen Patienten vollständig und nachhaltig zurück. „Die Behandlung mit Reslizumab kann Patienten vor einer Operation bewahren. Es sind jedoch noch weitere Studien notwendig, die neben dem Behandlungserfolg auch die optimale Dosierung des Antikörpers untersuchen”, so DGAKI-Präsident Bachert.




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