Rheumatoide Arthritis: Neue Behandlungsstrategien

RA-Behandlung vor Auftreten der ersten Gelenkschädigung beginnen

Oberstes Gebot bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) ist der frühzeitige Beginn der Therapie – möglichst noch vor Eintreten der ersten Gelenkschädigung. Ziel ist die Remission oder zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität. Dies kann bei einem Großteil der Patienten mit den konventionellen Basistherapeutika (DMARDs) wie Methotrexat (MTX) als First-Line-Therapie erreicht werden. Über die aktuellen Empfehlungen der European League Against Rheumatism (EULAR) zur RA-Therapie und über aktuelle Studiendaten zu neuen RA-Medikamenten wie Biosimilars und Janus-Kinase-Hemmern , die wichtige Impulse und neue Perspektiven in der RA-Therapie aufzeigen, wurde kürzlich in München lebhaft diskutiert.

MTX – unverzichtbarer Anker in der RA-Therapie

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Behandlungsstrategie bei der RA dramatisch gewandelt. So soll die Therapie mit Basistherapeutika (DMARDs) beginnen, sobald die Diagnose RA gestellt wurde. Ziel ist bei jedem Patienten die klinische Remission oder zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität, welche mit den konventionellen Basistherapeutika bei einem Großteil der Patienten erreicht werden kann. Als wichtigstes und wirksamstes Medikament hat sich MTX als „anchor drug“ der RA-Behandlung etabliert und wird daher sowohl von der S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) als auch von den EULAR-Empfehlungen als Bestandteil der ersten Therapie (als Monotherapie oder in Kombination mit einem Glukokortikoid) genannt. MTX ist das Medikament mit der umfangreichsten Datenlage und damit steht Rheumatologen eine Therapiemöglichkeit zur Verfügung, die größtmögliche Sicherheit, Effektivität und Wirksamkeit aufweist.

Biologika als MTX-Kombinationspartner Moderne Biologika können direkt in Entzündungsvorgänge

eingreifen und diese komplett unterbinden und so zu einer Remission führen. Die Biologika hätten auch zum Verständnis beigetragen, wie wichtig die frühzeitige Behandlung von RA-Patienten sowie die Kontrolle des Therapieerfolges in kurzen, regelmäßigen Abständen ist. Es gibt jedoch keine EULAR-Empfehlung zum Einsatz von Biologika als erste Behandlungsoption , da durch eine frühe und konsequente Treat-to-Target-Strategie mit konventionellen DMARDs und MTX als primäre Substanz ein ähnlicher Therapieerfolg wie mit Biologika erzielt werden kann. Auf diese Weise kann eine Übertherapie bei 20 – 50% der Patienten mit früher RA vermieden werden. MTX ist das einzige Medikament, das in den großen Zulassungsstudien der Biologika als Kombinationspartner bei einer ausreichenden Anzahl von Patienten eingesetzt wurde.

Innovative Ultraschalldiagnostik eröffnet neue Wege in der RA-Diagnostik

Um eine frühzeitige Therapie einleiten zu können, wie in den EULAR-Empfehlungen gefordert, ist eine Diagnosestellung auch bei noch nicht voll ausgeprägtem Krankheitsbild wünschenswert. Die bildgebende Diagnostik wird hierbei immer wichtiger. Darüber hinaus ist die sensitive Erfassung bestehender entzündlicher Veränderungen notwendig, um das Therapieziel „Remission“ eindeutig feststellen zu können. Zur exakten Diagnosestellung hat sich in den letzten Jahren die Ultrasonografie etabliert, die mittlerweile auch Eingang in die aktualisierten Diagnosekriterien der DGRh gefunden hat. Vorteile der Ultraschalldiagnostik sind u. a. die fehlende Strahlenbelastung, die gezielte Untersuchung betroffener Strukturen sowie die Möglichkeit, Prognosen zu stellen und den Krankheitsverlauf zu überwachen.




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