Schlafstörungen

Nach den Schlafgewohnheiten befragt, gibt jeder Dritte an, ab und zu unter ernsten Schlafstörungen zu leiden. Frauen sind übrigens etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer; im Alter nehmen Schlafstörungen zu. Lediglich gut die Hälfte der Befragten empfinden ihren Schlaf immer als erholsam.

Schlafstörungen können sich unterschiedlich äußern. Es kann zu Schwierigkeiten beim Ein- und/oder Durchschlafen kommen. Insgesamt stellt sich das Gefühl ein, man habe zuwenig oder schlecht geschlafen, schlecht geträumt, der Schlaf sei nicht erholsam gewesen und man sei wie gerädert aufgewacht. Tagsüber kann der gestörte Nachtschlaf zu Konzentrationsstörungen, Leistungsschwäche, Müdigkeit und Veränderungen der Stimmung führen. Und das kann gefährliche Auswirkungen haben: Schätzungen zufolge verursachen schlafgestörte Menschen zweieinhalbmal so viele Auto- oder Arbeitsunfälle wie ihre nachts ungestört schlummernden Zeitgenossen.

Eines haben die verschiedenen Schlafstörungen gemeinsam: Sie sind ein ganz individuelles Problem. Deshalb muß auch bei jedem Betroffenen nach den persönlichen Ursachen geforscht werden. Sie können vielfältiger Natur sein: Die Palette möglicher Ursachen reicht vom banalen Streß über depressive Verstimmungen bis hin zu echten Depressionen und Angstzuständen. Auch akute und chronische Erkrankungen können schuld am gestörten Schlaf sein. Dazu zählen Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems, Infektionen und schmerzhafte Erkrankungen. Koffein und Nikotin mit ihrer stimulierenden Wirkung können ebenfalls Schlafgegner sein, ebenso wie manche Medikamente. Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus sind auch oft Folge von Schichtarbeit und Zeitzonenwechsel.

Eine vorübergehende Schlafstörung dauert im allgemeinen nicht länger als ein paar Nächte. Häufige Ursachen sind Streß, Überbelastung beruflicher oder privater Natur. Ist die Krisensituation vorbei, so normalisiert sich auch der Schlaf wieder, meist innerhalb von drei Wochen. Schlafstörungen können aber auch chronisch werden. Die Behandlung ist von der Ursache abhängig. Deshalb sollte man sich mit chronischer Schlafstörung an einen Arzt wenden. Er kann klären, ob eine Erkrankung dahintersteckt, die behandelt werden muß. Wird eine medikamentöse Behandlung der Schlafstörung notwendig, so steht dem Arzt heute eine Reihe wirksamer Arzneimittel zur Verfügung, die er individuell für den Patienten auswählen kann.

Guter Schlaf beginnt am Tage

Gegen Schlafstörungen kann man zunächst selbst etwas unternehmen. Denn guter Schlaf fängt bereits am Tage an. Wenn Sie die elf Wege zu einem guten Schlaf auf der folgenden Seite beherzigen, haben Sie schon einen großen Schritt ins Traumland getan. Gegen eine vorübergehende Schlafstörung gibt es rezeptfreie Medikamente in der Apotheke. Baldrian, Hopfen und Passionsblume haben beruhigende und die Schlafbereitschaft fördernde Wirkung. Sind nervöse Angst-, Spannungs- und Unruhezustände für die Schlafschwierigkeiten verantwortlich, so kann ein Präparat mit dem Inhaltsstoff Rauschpfeffer (Kava-Kava) hilfreich sein.

Zum Arzt sollten Sie gehen, wenn die Schlafstörungen von Dauer sind.

Wege ins Traumland

Elf Tips fürs Ein- und Durchschlafen 1. Gewöhnen Sie sich einen möglichst regelmäßigen Schlaf-wach-Rhythmus an, soweit das durchführbar ist. Gehen Sie zu ähnlichen Zeiten ins Bett, und stehen Sie zu regelmäßigen Zeiten wieder auf, auch am Wochenende. 2. Eine regelmäßige körperliche Betätigung (kein Extremsport) wirkt schlaffördernd. 3. Wenn Sie nachts nicht schlafen können, vermeiden Sie es, am Tage zu schlafen. Zu häufige Nickerchen am Tage verhindern einen andauernden Nachtschlaf. 4. Ihr Schlafzimmer sollte ruhig, kühl und nicht zu hell sein. Verbannen Sie tickende Uhren, lüften Sie vor dem Schlafengehen, und dunkeln Sie mit Vorhängen/Jalousien ab. 5. Lassen Sie den Tag langsam ausklingen. Vermeiden Sie Anstrengungen direkt vor dem Schlafengehen. Viel besser ist ein gemächlicher Spaziergang. Entspannen Sie sich: Lesen Sie ein - nicht zu aufregendes - Buch, hören Sie Musik. Ein warmes (nicht heißes) Bad verstärkt die Entspannung noch. 6. Zu schwere Mahlzeiten verscheuchen den Schlaf. Essen Sie abends leicht, und trinken Sie nicht zuviel. Alkohol kann zwar das Einschlafen erleichtern, der Schlaf wird aber unruhig sein. 7. Nikotin hat stimulierende Wirkungen; rauchen sollten Sie daher vor dem Schlafengehen nicht. 8. Kaffee und koffeinhaltige Getränke sind meist eher Muntermacher, die Sie ebenfalls vermeiden sollten. Ausnahme: ältere Menschen schlafen mit Kaffee eher besser. 9. Vermeiden Sie es, vor dem Einschlafen zu grübeln. Beschäftigen Sie sich lieber damit, sich eine angenehme Situation ins Gedächtnis zu rufen oder auszumalen. Auch monotone Beschäftigungen wie das bekannte Schäfchenzählen können Sie einlullen. Entspannungsübungen können die Muskeln schwer werden und den Körper mit Wärme durchströmen lassen - die besten Voraussetzungen fürs Einschlafen. 10. Wenn Sie nicht innerhalb einer halben Stunde einschlafen können, dann stehen Sie wieder auf. Tun Sie etwas, und legen Sie sich erst wieder hin, wenn Sie sich schläfrig fühlen. 11. Sind Sorgen und Probleme die Ursache Ihrer Schlafstörungen, dann versuchen Sie, diese anzugehen und zu lösen. Machen Sie sich aber klar, daß die Zeit vor dem Einschlafen dafür nicht der geeignete Zeitpunkt ist. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie sich mit Ihren Sorgen und Problemen überfordert fühlen.

All diese Tips helfen nicht gleich in der ersten Nacht. Innerhalb einer Woche sollten Sie aber dennoch zumindest einen positiven Effekt verspüren. Wie gesagt, sind die Schlafstörungen von Dauer, von Ihnen nicht behebbar, dann sollten Sie zum Arzt gehen.




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