Schmerzmittel: Zu große Angst vor Risiken und Nebenwirkungen

Über 60 Prozentaller Deutsche ertragen ihre Schmerzen statt einMittel dagegen zu nehmen. Der Grund: Furcht vor Nebenwirkungen. Die Folge: Deutschland ist unterversorgt, wenn es um die Behandlung alltäglicher Schmerzen geht

Die eigentlich für ihre Wasch-und Reinigungsmittel bekannte Firma Reckitt Benckiser stellt auch das Schmerzmittel Nurofen mit dem Wirkstoff Ibuprofen her. Deshalb gab sie eine europaweite Studie zum Umgang mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln in Auftrag.

Die Sicherheit von Schmerzmitteln wird stark unterschätzt

Prof. Dr. Dr. Stefan Evers vom Universitätsklinikum Münster interpretierte Ende Mai beim 1. Berliner Schmerz-Dialog die Ergebnisse: “Gerade die Sicherheit von Schmerzmitteln bei bestimmungsgemäßem Gebrauch - auch bei Kindern - wird in Deutschland stark unterschätzt. Die Angst vor Risiken und Nebenwirkungen ist überdurchschnittlich groß.” 48 Prozent der befragten Deutsche gaben an, sich Sorgen um Nebenwirkungen zu machen. Der europäische Schnitt liegt bei 28 Prozent.

Nicht abwarten!

Viele Bundesbürger warten nach eigenen Angaben erst einmal ab, ob der Schmerz nicht von allein nachlässt. Oder sie nehmen anfangs eine zu niedrige Dosis. Prof. Dr. Evers, der auch 1.Vizepräsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft ist, stellt dazu klar: Richtiger Umgang mit Schmerzmitteln heißt:

  • Einnahme, sobald der Schmerz auftritt
  • Einhaltung der empfohlenen Dosierung
  • Einnahme maximal an drei Tage hintereinander und nur an 10 Tagen im Monat
  • Kontraindikationen (siehe Beipackzettel) beachten !

Auch Kinder sind unterversorgt

Bei Schmerzen ihrer Kinder sind Eltern zwar etwas weniger zurückhaltend bei der Schmerzmittelgabe als bei sich selbst. Dennoch sind auch Kinder unterversorgt. Erkältung und Fieber stellen bei den Kleinen die häufigsten Schmerz-Erkrankungen dar. Im Durchschnitt 55 Prozent der befragten europäischen Eltern geben an, ihr Kind lieber mit einem Schmerzmittel zu versorgen, als es leiden zu lassen. Deutsche Eltern liegen mit 45 Prozent auch hier unter dem europäischen Durchschnitt.

Der Kinderarzt ist wichtigster Informant

Das Erstaunliche: 53 Prozent der deutschen Eltern halten sich für gut informiert, wenn es um den Einsatz von Schmerzmitteln bei ihrem Nachwuchs geht. Ihr Wissen haben sie in erster Linie vom Kinderarzt, wie 82 Prozent angeben (europäischer Durchschnitt: 60 Prozent), aber sie lassen sich auch gern und ausführlich von Apothekern beraten.




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