Mundhygiene: Natürlich oder konventionell putzen?

Wohlfühlen fängt im Mundbereich an. Doch was gehört in eine Zahnpasta, die die Zahngesundheit optimal unterstützt? Braucht man Fluoride oder verschiedene Schutzsysteme, um wirkungsvoll gegen Plaques, Karies und Co. anzuputzen? Und ist es mit Putzen allein getan? Fragen über Fragen an den Experten

Die meisten Zahnerkrankungen ließen sich durch gute Mundhygiene vermeiden. Wir befragten dazu den niedergelassenen Zahnarzt Dr. Dieter Schwertfeger.

Oft sagt man, ein sauberer Zahn wird nicht krank. Dennoch wird schon jeder von uns wegen Karies und anderer Beschwerden beim Zahnarzt gewesen sein. Steht es um unsere Mundhygiene so schlecht?

Die meisten Zahnerkrankungen ließen sich tatsächlich durch eine gute Mundhygiene vermeiden. Allerdings gilt auch, dass der Zahn Teil des Gesamtorganismus ist und seine Gesundheit vom ganzen Menschen, so zum Beispiel von seiner Ernährung, abhängt.

Was muss ich bei der Mundhygiene beachten?

Ausschlaggebend ist die richtige Technik, Tipps dazu finden Sie oben auf dieser Seite. Im Übrigen sollte man es mit der Zahnhygiene nicht übertreiben.

Kann ich denn zu viel putzen?

Im gewissen Sinne ja. Manche Menschen haben dünne zahntragende Knochen mit darüberliegendem dünnem Weichgewebe. Wenn diese Personen zu stark bürsten, kann ihr Zahnfleisch zurückgehen. Das oft schmerzhafte Ergebnis sind freiliegende Zahnhälse. In diesem Fall sollte man zu sehr weichen Zahnbürsten, spezieller Bürstmethode und milden Zahncremes ohne Tenside wechseln.

Braucht man denn keine Tenside in Zahncremes?

In konventionellen Zahncremes sollen sie helfen, Reinigungs- und Wirkstoffe im Mund zu verteilen. Da Tenside aber gleichzeitig die Haut reizen und auch dem Zahnfleisch schaden können, ist es besser, generell auf sie zu verzichten und lieber gründlich, auch mithilfe von Zwischenraumbürstchen und Zahnseide zu putzen.

Sie erwähnten vorhin die Ernährung. Wie wichtig ist sie für die Zahngesundheit?

Sehr. Einseitige Ernährung kann sich ganz besonders in Zahnfleischerkrankungen wie der Parodontose bemerkbar machen, die auch eine Stoffwechselstörung ist. Aber auch mangelnder Rhythmus im Tagesgeschehen und hastiges Essen haben Auswirkungen auf die Vitalität des ganzen Organismus und damit auf unsere Zähne. Der Zahnstatus ist damit ein Ausdruck dafür, wie gut wir mit unserer Gesundheit allgemein umgehen.

Wie wichtig ist es, die Zähne mit fluoridhaltiger Zahncreme zu putzen?

Das muss man von Fall zu Fall entscheiden. Wer Amalgam-Füllungen im Mund hat, sollte auf Zahncremes mit Fluorid verzichten, weil es das Quecksilber aus der Füllung herauslösen kann. Insbesondere bei Kindern sollte man vorsichtig mit einer Fluoridgabe sein. Fluorid stimuliert die knochenbildenden Zellen und kann im Übermaß zu einer Verhärtung führen, die den Wachstumsprozess zu frühzeitig hemmt. Wer allerdings unter sehr weichen Zähnen leidet, dem empfehle ich auch schon einmal, für eine Weile Zubereitungen mit natürlichem Fluorid, allerdings in potenzierter Form, zu verwenden. Sehr zu empfehlen sind hier Auszüge aus Rosskastanienrinde (Aesculus hippocastanum). Sie unterstützen das Gleichgewicht im Speichel so gut, dass die Zähne in diesem gesunden Milieu stabiler und weniger anfällig für Erkrankungen sind. Diesen als Aesculin deklarierten Auszug finden Sie nur in bestimmten natürlichen Zahncremes.




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