Mini Countryman - durstiger Westentaschen-SUV

  • Mini-Countryman ©BMW Group
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Ist der Mini Countryman ein Auto für junge Alte? Ein klares JEIN, denn um die glücklichen jungen Alten zu begeistern, könnte es schon ein wenig mehr sein, als das schnieke Outfit, welches die SUV-Variante des Mini auszeichnet. Und im Gegensatz zu dem teureren „ALL4“ verfügt er nicht über einen Vierradantrieb, wie sein Name vermuten lässt.
Abzuholen in Münchens Peripherie, wo ein Test-und VIP-Glaspalast die Schönen und Teuren der Marke BMW luxuriös garagiert und die Bereitstellung (vor allem für VIPs) perfekt organisiert wird. Nach einer kurzen Einweisung öffnet sich das Tor des mobilen Schlafsalons wie von Zauberhand und der auberginefarbene Mini-SUV mit mir am Steuer rollt hinaus, in die kalte Münchner Märzsonne.

Für das Studium, wo was im 4,10 m langen und 1,56 m hohen Mini Countryman zu finden und wie es zu bedienen ist, sollte man sich Zeit nehmen für das Lesen und das Ausprobieren, denn ich scheitere mal gleich zu Beginn bei dem nachtplastikschwarzen Brillenetui in der Konsolenmitte. Dieses Innenleben bleibt mir vorab verborgen. Praktisch hingegen der dahinter liegende Flaschenhalter (Cupholder) und die bei Dunkelheit beleuchtete Alu-Schiene, auf der diese Spielereien verschieden platziert und verschoben werden können. Bemerkenswert ist vor allem der – dank breiterem Radstand (2,59 m) – durchaus geräumige Platz. Denn Sitzen, auch auf den verstellbaren Einzel-Rücksitzen, kann man im bulligen „Countryman“ bequem. Die Beinfreiheit hinten ist, wie halt meist, aber eher für Kinder oder Menschen kleiner Größe ausgelegt. Als 1,80 m Mann würde ich dort nicht gerne längere Strecken mitfahren wollen – aber dazu ist der Mini ja gar nicht gedacht. Übung erfordert hingegen die Verstellung der Sitzlehnen. Der Kofferraum kann durch Umklappen der Rücksitze vergrößert werden – richtig viel Stauraum besitzt er aber leider nicht.

Sofort ins Auge fällt der Riesentacho in der Mitte der Armaturenfront, umgeben von zwei ebenfalls kugelrunden Lüftungsdüsen (gut in alle Richtungen verstellbar). Er ist zwar imposant und vermutlich höchst innovativ, dient aber nicht wirklich zur Ablesung der Geschwindigkeit. Die sieht man relativ klein beim Drehzahlmesser über dem Lenkrad. Im Zentrum das Tacho-Display befinden sich zudem alle digitalen Einstellungen inklusive Navi. Radio, Telefon via Bluetooth und Navi lassen sich leicht bedienen und gegen Aufpreis auch per Sprachbefehl steuern; das Navi war kartentechnisch absolut up-to-date, eher altbacken hingegen seine mühsame Zieleinstellungen per vor-rückwärts Joystick. Gegen Aufpreis ist auch „Mini Connected“ erhältlich – aber braucht man im Auto wirklich eine Verbindung zu Facebook, Twitter und Konsorten? Diese Spielerei lenkt viel zu sehr ab – und ist m. E. durchaus verkehrsgefährdend! Negativ finde ich vor allem die schlechte Rundumsicht (auch für große Männer!) – nach hinten muss man sich auf die Piepser der Rückfahrsensorik verlassen, denn wirklich erkennen kann man nicht viel. Da der Countryman ja eine erhöhte Sitzposition gegenüber den normalen Minis besitzt, mag man gar nicht daran denken, wie viel Sicht man in denen hat. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist der anfangs schwer einlegbare Rückwärtsgang. Das richtige Ritzel („seitwärts links nach außen drücken“ findet sich erst nach einiger Übung, klappt aber gut, wenn man es denn mal herausgefunden hat. Eine Woche und fast 1000 km scheuchte ich den Westentaschen-SUV durch die Lande, über tief verschneite Bergstraßen und morastige Feldwege. Er hat zwar alles brav mitgemacht, aber weder ist der Countryman ein wirklich geländetauglicher SUV noch ist er besonders spritzig. Die laut Herstellerangabe erreichbaren 190 km/h (bei 122 PS) schaffte ich ein einziges Mal auf der Autobahn und das mit langem Anlauf und voll durchgedrücktem Gaspedal. Auch schnelle Überholmanöver sind nicht sein Ding, dafür kommt er einfach viel zu langsam auf Touren. Hat er sich aber erst mal warmgelaufen, fährt es sich mit ihm ganz fein. Allerdings erweist er sich als äußerst durstig. 7,8 l pro 100 km im Durchschnittsverbrauch (im Stadtverkehr waren es bis zu 9 l!) sind für ein Fahrzeug seiner Klasse alles andere als wenig, zumal er Superbenzin bevorzugt und sein Tank mit knapp 47 l Fassungsvermögen nicht gerade ein Riese ist.

Fazit: Der Mini Countryman ist ein „halbstarker SUV“, mit enormen Durst, viel Masse und relativ wenig Kraft. Cooles Lifestyle-Auto für Papas Wohlstands-Kids (Preis ab 22.700 Euro) – für all jene, die wirklich Spaß am Auto und am Autofahren haben möchten, gibt es Besseres – vor allem bei BMW!

Weitere Informationen zum Mini-Countryman




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