Hochzeitsvorbereitungen mit Hindernissen. Das Kleid sitzt plötzlich nicht mehr richtig und muss nachgebessert werden, das Restaurant sagt wegen Personalengpässen ab, die Patentante will bei Tisch partout nicht neben dem Bruder des Schwiegervaters sitzen. Und am schönsten aller Tage verunziert ein dickes Herpesbläschen die Lippen. Ein typischer Fall von Abwehrschwäche bei Stress. Denn zwischen Stress und Immunsystem besteht ein kompliziertes Zusammenwirken.
Bei akutem Stress steigt die Zahl der weißen Blutkörperchen vorübergehend sogar an. Die Abwehr ist gestärkt. Der Körper wappnet sich damit gegen mögliche Verletzungen und Wundinfekte, die in grauer Vorzeit bei einem Kampf- oder Fluchtgeschehen gestört hätten. Bei Dauerstress dagegen erfolgt eine deutliche Schwächung der Abwehr, haben Wissenschaftler nachgewiesen. In einer Studie mit Schichtarbeitern, die wegen ihres abweichenden Lebensrhythmus unter chronischem Stress stehen, zeigte sich, dass Atemwegsinfekte, grippale Erkrankungen und Magen-Darm-Infektionen häufiger auftraten als bei Menschen mit Regelarbeitszeit.
Auch Wunden heilen bei Gestressten langsamer, Impfungen wirken schwächer und schützen daher möglicherweise schlechter vor Krankheiten, haben Untersuchungen ergeben. Zur Stärkung der Abwehr trägt der tägliche Verzehr von probiotischen Milchsäurebakterien bei.
