Doch nicht immer sind es Infekte, die stressbedingt im Darmtrakt auftreten. Vielfach schlägt Streit in der Familie oder Ärger am Arbeitsplatz auf die Verdauung. Denn Stresshormone legen diese Tätigkeit vorübergehend lahm, weil sie zu viel Energie beansprucht. Die wird in einer Kampf- oder Fluchtsituation dringend anderweitig gebraucht. Dauerstress kann jedoch eine chronische Beeinträchtigung der Verdauungsorgane zur Folge haben. Am weitesten verbreitet ist eine funktionelle Störung wie das Reizdarm-Syndrom. Betroffen sind nach Schätzungen der Experten rund 10 Prozent der Bevölkerung. Sie leiden an Krämpfen, Blähungen und Stuhlunregelmäßigkeiten wie Verstopfung und Durchfall, meist beides im Wechsel. Was die genaue Ursache des Reizdarms ist, haben Mediziner immer noch nicht herausgefunden. Man vermutet aber, dass den Beschwerden ein gestörter Informationsaustausch zwischen Kopf und Bauch zu Grunde liegt. Dabei spielt der Botenstoff Serotonin eine Rolle, der sowohl im Gehirn als auch im Verdauungstrakt freigesetzt wird und unter anderem die Magen-Darm-Tätigkeit reguliert. Bei Reizdarm-Patienten ist oft die Darm-Motorik gestört. Außerdem hat man festgestellt, dass bei vielen von ihnen ein messbares Ungleichgewicht der Darmflora vorliegt. Auch bei diesem Symptom-Komplex haben sich probiotische Bakterienkulturen, die täglich mit einem Joghurtdrink verzehrt werden, als hilfreich bewährt.
