Rosacea – die unbekannte Volkskrankheit

Betroffene werden wegen ihres Aussehens zum Alkoholiker abgestempelt und schämen sich dafür. Rosacea ist eine harmlos klingende Volkskrankheit, die im besten Alter auftritt und die leider viel zu oft unbehandelt bleibt. Typisches Kennzeichen: gerötete Wangen und geschwollene Nase

Mehr als vier Millionen Deutsche leiden unter der chronischen Hautkrankheit Kleine Rosenblüten heißt Rosacea wörtlich übersetzt. So harmlos sich dies anhört - bei Rosacea handelt es sich um eine entzündliche Hauterkrankung, die sich unbehandelt immer weiter verschlimmert und im fortgeschrittenen Stadium sogar das Gesicht entstellen kann. Was viele nicht wissen: Rosacea ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen bei Erwachsenen in Deutschland. Fünf bis sieben Prozent der Deutschen leiden Experten zufolge unter Rosacea - das sind mehr als vier Millionen Menschen.

Mit Millionen von Betroffenen ist Rosacea eine Volkskrankheit - doch nur jeder Zehnte ist in Behandlung. Der Grund: Die Erkrankung bleibt oft unerkannt. Denn Rosacea beginnt in der Regel mit geröteten Wangen, die von den Betroffenen oft nicht als Krankheitssymptom gedeutet werden. Mehr als zwei Drittel der Rosacea-Patienten (70 Prozent) befinden sich schon in einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium, wenn sie sich einem Dermatologen vorstellen. Die Erkrankung, die meist im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auftritt, ist für Betroffene eine große Belastung - viele schämen sich für ihr Aussehen. Und das hat einen guten Grund: Wegen ihrer geröteten Haut und manchmal sogar geschwollen Nase werden Rosacea-Betroffene oft als Alkoholiker abgestempelt.

Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Der individuelle Verlauf der Rosacea ist sehr unterschiedlich. Dies erschwert Ärzten die Diagnose. Der Fachmann für diese Erkrankung ist der Hautarzt. Zu Beginn der Rosacea sind die Gesichtsrötungen in der Regel fleckenhaft und gehen nach wenigen Stunden vorüber. Fast immer sind beide Gesichtshälften betroffen, meist sogar auffallend symmetrisch. Je nach Ausmaß der Rötung spannt, juckt oder brennt die Haut. Die Rötungen entstehen durch erweiterte Äderchen, die im zweiten Stadium sichtbar werden.

Im weiteren Verlauf des III. Erkrankungsstadiums “verdichtet” sich die Hautreizung. Kleine Entzündungen, Eiterbläschen und Pusteln kommen hinzu. Es bilden sich großflächigere und dauerhafte Rötungen, die auf Nase, Stirn und Kinn übergreifen können. Seltener sind Brust, Nacken sowie die Kopfhaut betroffen. Rosacea kann aber auch die Augen in Mitleidenschaft ziehen und zu dauerhaften Augenschäden führen. In ihrer schwersten Form (Stadium IV) geht die Erkrankung sogar mit Schwellungen einzelner Gesichtspartien einher. Vor allem bei Männern kann sie im Spätstadium zu einer Knollennase, einem sogenannten „Rinophym”, führen.

Als sicher gilt, dass Rosacea eine entzündliche Erkrankung ist. Krankheitserreger spielen keine Rolle. Bekannt sind die Faktoren, die zu einer Verschlimmerung der Symptome führen können: Dazu gehören Kaffee-, Tee- und Alkoholgenuss sowie scharfe Gewürze. Die Beschwerden der Betroffenen werden außerdem durch alles verstärkt, was die Durchblutung anregt, so bspw. durch Hitze, Kälte, schnelle Temperaturwechsel, Sport oder Sonnenbäder. Ebenso ist Stress ein sogenannter Triggerfaktor, durch den ein neuer Rosacea-Schub ausgelöst werden kann. Schließlich können bestimmte Medikamente, so z.B. Hormone, die Erkrankung beeinflussen.

Medizinische Fortschritte in der Therapie von Rosacea

Typisch für Rosacea ist, dass die Symptome schubhaft auftreten und sich die Krankheit unbe-handelt immer weiter verschlechtert. Die Herausforderung für Ärzte besteht darin, für jedes Krankheitsstadium die richtige Therapie zu finden. In den ersten beiden Stadien der Rosacea reichen häufig Medikamente zur äußerlichen Behandlung, eine Creme, eine Lotion oder ein Gel. Ist die Erkrankung jedoch bereits weiter fortgeschritten, oder ist eine besonders schnelle Verbesserung nötig, werden Medikamente zur Einnahme empfohlen (Kapseln oder Tabletten). Herkömmliche Therapien zur Behandlung der fortgeschrittenen Rosacea setzen oft auf hochdosierte Antibiotika. Diese führen jedoch häufig zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Lichtempfindlichkeit und Pilzerkrankungen. Zudem bergen sie die Gefahr, dass Bakterien gegen das Antibiotikum resistent werden. Antibiotika können deshalb nur für eine sehr begrenzte Zeit eingesetzt werden. Neuartige Therapien bieten Konzepte mit niedrigen Dosierungen an, die besser von Patienten vertragen werden und gegebenenfalls auch länger eingenommen werden können.

Weitere Informationen sind auf www.rosacea-info.de erhältlich. Die Webseite der Kampagne „Anhaltende Gesichtsrötungen - Aktiv gegen Rosacea” bietet neben zahlreichen Informationen zur Krankheit eine Hautarztsuche an und liefert Betroffenen Tipps rund ums Pflegen und Schminken von Rosacea-Haut.




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