Diagnose Zöliakie

Die Diagnose Zöliakie wirft bei Betroffenen eine Menge Fragen und Ängste auf. Sie fürchten die Einschränkungen in der täglichen Ernährung und den damit verbundenen Verlust von Lebensqualität. Diese Ängste sind nachvollziehbar, besteht doch die einzig mögliche Therapie bei Zöliakie in dem konsequenten und lebenslangen Verzicht auf all jene Lebensmittel, die das Klebereiweiß Gluten enthalten

Was ist Zöliakie?

Zöliakie ist eine dauerhafte Unverträglichkeit des Immunsystems gegenüber dem Klebereiweiß Gluten. Dieses ist in zahlreichen Getreidesorten enthalten, unter anderem in Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel und Hafer. Die Aufnahme von Gluten führt bei Betroffenen zu einer chronischen Entzündung des Dünndarms, die mit charakteristischen Veränderungen der Dünndarmschleimhaut einhergeht. Hierdurch können nicht mehr genügend Nährstoffe aufgenommen werden und Mangelerscheinungen treten auf.

In welchen Lebensmitteln ist Gluten enthalten?

Das Klebereiweiß Gluten ist natürlicher Bestandteil zahlreicher Getreidesorten wie zum Beispiel Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel und Hafer und kommt es in allen Lebensmitteln vor, die diese Getreidesorten enthalten. Hierzu gehören zum Beispiel Mehl, Stärke, Paniermehl, Grieß, Nudeln und Müsli, alle Backwaren von Brot und Brötchen, über Kekse und Kuchen bis hin zu Salzstangen und Bier. Darüber hinaus kann Gluten aber auch in zahlreichen Halbfertig- und Fertigprodukten enthalten sein, wenn diesen aus lebensmitteltechnologischen Gründen Gluten bzw. glutenhaltige Zutaten zugegeben werden. So kann Gluten in gebundenen Saucen, Suppen, Pommes Frites, Kroketten und Kartoffelpuffer ebenso vorkommen wie in Wurstwaren, Würstchen, Ketchup, Senf, Eis, Pudding oder Schokolade. Zwar müssen seit dem 25.11.2005 glutenhaltige Zutaten auf der Zutatenliste verpackter Lebensmittel angegeben sein, doch ist die Kennzeichnung in vielen Fällen unzureichend. Vollständige Sicherheit bietet den Betroffenen heute eine große Auswahl an qualitativ hochwertigen und schmackhaften glutenfreien Spezialprodukten, wie zum Beispiel von der Südtiroler Firma Dr. Schär.

Wer ist betroffen?

Wie viele Menschen tatsächlich Zöliakie haben, ist ungewiss. Experten schätzen, dass in Deutschland potenziell rund 400.000 Menschen betroffen sind. Zöliakie kann in jedem Alter auftreten. Klassisch ist der Ausbruch beim Säugling nach der Umstellung von Muttermilch bzw. glutenfreier adaptierter Säuglingsmilch auf glutenhaltige Beikost, wie z.B. Haferflocken oder Vollkornbrei. Aber auch Erwachsene können jederzeit eine Zöliakie entwickeln. Bei einem späteren Ausbruch zeigen sich häufig recht unspezifische Symptome, so dass es bisweilen sehr lange dauert, die Unverträglichkeit zu diagnostizieren. Die Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt. Man nimmt jedoch an, dass neben einer genetischen Veranlagung – in Familien, in denen die Unverträglichkeit bereits aufgetreten ist, liegt ein erhöhtes Risiko für Zöliakie vor – auch Umweltfaktoren, wie z.B. Infektionen, eine Rolle spielen.

Welche Symptome treten auf?

Verlaufsform und klinisches Erscheinungsbild sind bei Zöliakie äußerst vielfältig. Aus diesem Grund ist die Überempfindlichkeit schwer zu diagnostizieren und die Dunkelziffer ist entsprechend hoch. Bei anhaltenden Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Aufnahme von glutenhaltigen Nahrungsmitteln stehen, sollte immer an die Möglichkeit einer Zöliakie gedacht und umgehend ein Arzt konsultiert werden. Die klassischen Symptome von Zöliakie sind Blähungen und Durchfälle. Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und Kraftlosigkeit können hinzukommen. Betroffene Kinder sind oft appetitlos, weinerlich und haben Wachstumsstörungen. Interessant ist, dass etwa bei der Hälfte der Patienten zwar die charakteristischen Veränderungen der Darmschleimhaut nachgewiesen werden können, Magen-Darm-Beschwerden jedoch ausbleiben. Stattdessen treten vielfältige andere Symptome auf, wie z.B. Depressionen, Müdigkeit, Eisenmangel, Gelenkbeschwerden, Osteoporose, Laktoseintoleranz und – bei Frauen – Unfruchtbarkeit oder wiederholte Fehlgeburten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose Zöliakie erfolgt zunächst durch eine Blutuntersuchung , bei der spezifische Antikörper nachgewiesen werden. Da diese Methode jedoch eine Restunsicherheit zulässt, müssen für die definitive Diagnose die spezifischen Schleimhautveränderungen durch eine Dünndarmbiopsie nachgewiesen werden. Bestätigt wird die Diagnose durch einen raschen Rückgang der Beschwerden bei glutenfreier Ernährung.

Wie sieht die Therapie aus?

Die einzig mögliche Therapie bei Zöliakie besteht in der lebenslangen Einhaltung einer streng glutenfreien Ernährung. Durch eine solche regeneriert sich die Dünndarmschleimhaut und der Allgemeinzustand des Betroffenen bessert sich in der Regel schon innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen. Dank des vielfältigen und überall erhältlichen Angebots an glutenfreien Lebensmitteln , ist eine glutenfreie Ernährung heute auch ohne ständigen Verzicht und hohen Zeitaufwand möglich. Zöliakiebetroffene können ein weitgehend normales, beschwerdefreies und genussvolles Leben führen, ohne auf Brot, Kuchen, Kekse oder Pasta verzichten zu müssen.

Zahlreiche weitere Informationen gibt es unter www.drschaer.com




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