Salami statt Medikamente?

Keine Sorge, wir haben weder giftige Pilze genossen noch zu viel Canabis auf der Redaktionsfensterbank angebaut. Die Meldung, Wurst zu essen, statt Pillen zu schlucken, hat einen durchaus seriösen Hintergrund

  • ©Pixabay

Forscher von der Hochschule Anhalt gelang es mit Hilfe verschiedener Heilkräuter neue Wurstsorten herzustellen, die – und das lässt sicher viele Betroffene aufhorchen, vor allem Magen-Darm-Erkrankungen vorbeugen könnten. Man weiß heute hinlänglich, dass vor allem Produkte aus „rotem“ Fleisch unter Umständen Darmkrebs auslösen können. Darauf basierend entwickelte das Forscherteam von Anhalt um Professor Schnäckel vier Wurstsorten, die weniger Fett und Salz enthalten und stattdessen mit Heilkräutern gewürzt und damit schmackhaft gemacht werden. „Wir haben Kräuter mit einer positiven Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt identifiziert, haben sie in Geruch und Geschmack getestet und eingegrenzt“, erklärt Professor Schnäckel. Als Ergebnis entstanden die Geschmacksrichtungen: Kümmel-Anis-Fenchel, Kümmel-Koriander-Kardamom, Ingwer-Koriander-Kurkuma und Melisse-Koriander-Dill.

Und alle diese Gewürze sind längst auch ob ihrer heilenden Wirkungssubstanzen vor allem auf den Verdauungstrakt bekannt. Um allen Zweiflern gleich entgegenzutreten, sei auch noch bemerkt, dass die Kräuter auf einer anerkannten Positivliste des Expertenausschusses für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur sowie der Weltgesundheitsorganisation aufgeführt sind.

Die Menge der verwendeten Gewürze wurde für die Herstellung der Wurst für einen durchschnittlichen Verzehr von 50 Gramm Wurst pro Tag berechnet, so dass eine „präventive Wirkung garantiert ist“. Das Fettproblem löste man durch Verwendung von Geflügel statt dem üblichen Schweinefleisch. Salz hingegen war für die Anhaltiner Forscher: „…das … größte Problem. 1,3 Prozent Kochsalz sind noch in der Wurst enthalten, üblich sind 1,8 Prozent.“ Eine noch höhere Reduzierung war, laut Professor Schnäckel, einfach nicht machbar, „…da Salz für den Zusammenhalt der einzelnen Bestandteile und damit auch für die Schnittfestigkeit der Wurst sorge…“.

Auf der Grünen Woche 2017 präsentierte sich die Hochschule Anhalt mit ihrer Lehr- und Versuchsbrennerei.

Und zum Schluss: Das dies den vereinten Veganern dieser Welt als Meldung nicht „schmecken“ wird, war klar. Die Antwort ließ auch nicht lange auf sich warten und erschien auf der Seite Provegan: „…Wahnsinnsidee der Fleischbranche: Wurstessen als Gesundheitsvorsorge. Es ist natürlich Unsinn, Wurst durch Heilkräuter gesund machen zu wollen. Denn die negativen Auswirkungen ungesunder Nahrungsmittel kann man nicht durch Heilkräuter oder gesunde Nahrungsmittel wieder ausgleichen…“.

Gesund ist nur, wer vegan lebt? Ja, stimmt so leider auch nicht!




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