Unsere Mitbewohner im Darm

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Die Mikrobiota, wie man die Gesamtheit der Darmbakterien heute nennt, waren das Thema des diesjährigen Workshops des Instituts Danone Ernährung für Gesundheit e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke (DIfE).

Sieht man sich den Verdauungstrakt von oben nach unten an, dann nimmt die Zahl der Bakterien kontinuierlich zu. Im Magen können aufgrund des sauren Magensaftes nur wenige Spezialisten leben, im Dünndarm sind es schon mehr, aber die große Masse der Bakterien tummelt sich im Dickdarm. Bis zur Geburt ist der menschliche Darm keimfrei. „Sofort nach der Geburt entwickelt sich die Mikrobiota nach und nach“, erklärte Dr. Annett Braune (DIfE), wobei der Start ins Leben auch die Weichen für die Bakterienzusammensetzung stellt. Bei Kaiserschnittkindern sind die Keime der mütterlichen Haut, des Klinikpersonals und der Krankenhausumgebung die ersten Besiedler des Darms, bei natürlichen Geburten überwiegen die vaginalen und fäkalen Bakterien der Mutter. Nach etwa zwei Jahren stabilisiert sich die zunächst labile Darmflora und ähnelt der der Erwachsenen. Einen wesentlichen Anteil an der Zusammensetzung der Mikrobiota hat die Ernährung, wie Prof. Michael Blaut (DIfE) ausführte. Die Bakterien im Dickdarm ernähren sich von den Bausteinen der menschlichen Nahrung, die im Dünndarm nicht resorbiert wurden, also in erster Linie von Ballaststoffen, von resistenter Stärke, bestimmten Zuckern und Zuckeralkoholen, ebenso von Proteinen und sekundären Pflanzenstoffen, die es bis in den Dickdarm geschafft haben. Die zweite Nahrungsquelle liefert ihnen der Wirtsorganismus selbst, nämlich Mucine, die die Darmwand absondert, sowie Verdauungsenzyme und Gallensäuren. „Die Ernährung ist das Hauptkriterium bei der Ausprägung der Mikrobiota“, betont Blaut. Welche und wie viele Ballaststoffe man beispielsweise zu sich nimmt – welches Nahrungsangebot also im Dickdarm besteht – entscheidet über die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft. Ihre Funktion ist äußerst vielfältig und längst noch nicht erschöpfend untersucht. Sie dient nicht nur dem Abbau der bis dahin nicht verdauten Nahrungsstoffe, sie baut darüber hinaus toxische Stoffe ab, produziert Moleküle, die der Körper aufnimmt und weiterverwertet, und dient nicht zuletzt als Trainingspartner für das Immunsystem im Darm, welches tagtäglich krankmachende Keime abwehren muss.

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